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Dienstag, 14. November 2006
T1.0.3 : Mount Mitchell, die Festung der Maschinen
cymep, 19:09h
[... Fortsetzung des Buches]
Mount Mitchell, Yancey County, North Carolina, USA 17. Dezember 2029
Die Stoßtrupps der Infanterie waren etwa fünfhundert Fuß unterhalb der Festungsbasis auf die ersten Zugänge gestoßen. General Mahtobu ging auf Nummer Sicher und ließ sie mit schweren Geschützen aufsprengen. Wie erwartet, befanden sich auch in dieser Anlage noch zig Terminatoren in Alarmbereitschaft, von denen die ersten sie auch gleich mit Plasmaimpulswaffen unter Feuer nahmen.
Irgendetwas stimmte nicht mit den verdammten Automaten. Skynet hatte in der letzten Zeit beinahe menschliche Züge der Verzweiflung gezeigt und begonnen, mit Verschlagenheit und Tücke immer neue Taktiken zu ersinnen, von denen die Zeitreise nicht die einzige war. Eine weitere Methode des Widerstandes war es, nicht nur seine diversen Festungsanlagen unabhängig von seiner direkten Kontrolle agieren zu lassen. Auch die einzelnen Terminatoren, im Normalfall unmittelbar von der Festungsanlage gesteuert und koordiniert, wurden statt dessen zunehmend im WRITE-Modus agierend angetroffen.
Als ihnen die ersten Terminatoren der 800er Serie in die Hände gefallen waren, hatte man sie natürlich gründlichst untersucht. Dabei entdeckte man, dass der Hauptprozessor der Endoskelette extrem leistungsfähig war, jedoch über einen mechanischen Schalter verfügte, welcher den großen Unterschied des Operationsmodus ausmachte.
In den meisten Fällen war dieser Schalter auf READ ONLY eingestellt, was bedeutete, dass der Prozessor sämtliche Daten, die seine Sensoren ihm lieferten, zwar verarbeitete, was ihn entsprechend seiner Programmierung angemessen handeln ließ. Diese war allerdings festgeschrieben, sodass keine neuen Parameter zu den vorhandenen Programmen hinzugefügt wurden. Dieser Modus wurde vor allem bei den gemeinen Kampfmaschinen verwendet, den Terminator-Endoskeletten ohne tarnendes menschliches Gewebe, die direkt von Skynet ferngesteuert wurden.
Doch für spezielle Aufträge, wenn die Maschinen in Menschengestalt sich unter die Rebellen mischen sollten, ohne erkannt zu werden, war mehr nötig als eine umfassende Programmierung mit Missionsparametern. Dann wurde der Schalter auf WRITE umgelegt, sodass der Prozessor Daten und Erfahrungen verarbeiten, neue Querverbindungen erstellen und auf seine elektronische Art in gewissem Umfang eigenständig denken konnte, da sein vernetzter Speicherblock einem neuralen biologischen Nervengewebe nachempfunden war. Die Maschine konnte dann dazulernen, sich an neue Situationen anpassen und auf eine geradezu unheimliche Weise als Mensch durchgehen. Enttarnt wurden diese Terminatoren meist erst durch Hunde, die das künstlich erzeugte Gewebe erschnüffeln konnten und sofort aggressiv auf die Anwesenheit eines Cyborgs reagierten.
Das Problem, das General Mahtobus Truppen jetzt hatten, war eine größere Anzahl von Terminator-Endoskeletten, die zwar als chromglänzende Sensenmänner in Erscheinung traten, sich jedoch auf beunruhigende Weise wie Menschen verhielten, sich bewusst bewegten und Deckung suchten, anstatt stumpfsinnig in ihre Vernichtung zu marschieren, wie sie es unter der Kontrolle eines Zentralrechners für gewöhnlich taten. Das machte es für die Soldaten sehr schwer, denn es hatte beinahe den Anschein, als würden sie gegen eine Armee von Menschen ankämpfen. Und seit etwa dreißig Jahren hatten sich keine Menschen mehr bekämpft, weil sie sich diesen Luxus angesichts der drohenden Ausrottung durch die herzlosen Maschinen nicht mehr leisten konnten.
Ein nicht zu unterschätzender psychologischer Nachteil für sie, wie dem schwarzen General klar war.
Dennoch unterlagen die Kampfroboter, wenn auch nicht so schnell wie sonst. Mit gramgebeugtem Haupt stapfte Mahtobu dann über das Vorfeld zum nächsten Eingang, als der Bereich gesichert war, ohne die toten Kameraden genauer anzusehen. Er war es so leid, auch jetzt noch derart viele junge Frauen und Männer zu verlieren, wo der eigentliche Krieg doch längst vorbei war. Nun, diese Leute waren nicht umsonst gestorben. Sobald sie die Informationen hatten, die sie brauchten, konnten sie in der Lage sein, dieser ganzen Farce ein Ende zu machen.
Und vielleicht konnten sie auch herausfinden, was mit dem Erkundungstrupp letzte Woche geschehen war. Sie mussten wohl bis in die Anlage eingedrungen sein, da sie weder Kampfspuren, geschweige denn die Leichen der Aufklärer hier draußen hatten entdecken können. Mahtobu hoffte es nicht, denn der Anführer des Spähtrupps war ein erfahrener langjähriger Kamerad von ihm.
Bedächtig schritt er über den schmutziggrauen Schnee, durch matschige Pfützen, wo der Boden von Lasersalven oder Granaten getroffen worden war, und über das Trümmerfeld, das von den Resten des Eingangsportales gebildet wurde. Er betrat jetzt zum sechsten Mal ein Bollwerk von Skynet und bemerkte auch dieses Mal: Im Inneren dieser Komplexe sah es immer recht ähnlich aus: nackte Stein- und Metallwände, kalt, funktionell, hässlich. Von Maschinen erbaut für Maschinen. Wieder etwas, was er an diesen Bastarden hasste.
Weit vor sich hörte er noch vereinzelt Kampflärm oder das Hallen einer detonierenden Granate. Die Terminatoren leisteten noch immer Widerstand, dachte Mahtobu mit grimmiger Miene. Na, das würden sie ihnen schon austreiben. Sie waren mit Sicherheit in der Überzahl, etwa achtzehnhundert Menschen zählte seine gesamte Truppe inklusive aller Experten. Und selbst von denen trug jeder eine schwere Feuerwaffe zusätzlich zu seiner Spezialausrüstung; die Menschen hatten sich den Luxus von unbewaffneten Soldaten nicht leisten können, auch wenn diese hochspezialisiert waren. Nur wenn jeder einzelne von ihnen etwas gegen die Cyborgs in der Hand hatte, bestand die Aussicht auf Erfolg, so hatte John Connor es ihnen eingetrichtert.
Sie erreichten eine Liftplattform, mit der sie tief in das Herz der Anlage hinabfuhren. Langsam senkte sich die unverkleidete Hebebühne in einem schrägen Winkel ins Innere des Berges hinein. Während der minutenlangen Fahrt lauschte Mahtobu schweigend auf den Kampflärm, der ihm mehr zu sagen schien als eine detaillierte Funkmeldung der Stoßtrupps. Die Schüsse und Explosionen ließen nach, der Komplex würde in Kürze vollständig gesäubert sein.
Er ging ein beinahe unverantwortbares Risiko ein, indem er sich als General in eine solche Anlage hineinwagte, solange dort noch Feindkräfte aktiv waren, auch wenn er von einem ausgeklügelten, mehrlagigen Schutzschild von Soldaten umgeben war, der sich mittlerweile bis in die halbe Festung erstrecken musste. Gedankenversunken streichelte er über den Kopf eines ausgemergelten alten Schäferhundes neben sich. Das Tier war mit der Nachhut hergebracht worden und diente natürlich dazu, getarnte T-800 zu erkennen.
Endlich hielt der Aufzug und entließ sie in einen großen Flur mit hoher Decke und vielen von Voraustrupps aufgebrochenen oder aufgesprengten Türen auf beiden Seiten. Alles war aus der gleichen beständigen Legierung gebaut, einem leicht bläulich schimmernden Metall. Mahtobu interessierte sich mehr für das, was er hier vorzufinden hoffte. Vor allem mussten sie sich ganz sicher sein, bevor sie die Festung als Ganzes sprengen konnten.
„Eine Meldung der Techniker, Sir“, sagte ein Funker, während er gleichzeitig auf den Inhalt der übermittelten Botschaft lauschte, „sie haben die feindliche Funkanlage innerhalb des Komplexes stillgelegt und Störsender gegen etwaige Reservesysteme etabliert. Wir können jetzt innerhalb der Anlage sicher kommunizieren.“
„Sehr gut, dann lassen Sie nach feindlichen Funksignalen peilen. So erwischen wir die restlichen Terminatoren hier drin schneller. Wenn sie im READ ONLY-Modus operieren, werden sie immer wieder versuchen, eine Verbindung zum Hauptrechner herzustellen, der sie steuert.“
„Ja, nur werden die im WRITE-Modus auf die Unterbrechung mit unverzüglicher Funkstille reagieren“, gab der Funker daraufhin zu bedenken. „Und hier drin sind entschieden zu viele davon im Einsatz. Die Dinger sind gerissen. Oh, ein weiterer Spruch kommt herein ... eine Ebene unter uns ist eine Fertigungsanlage entdeckt worden. Anhand der Computerdaten versuchen unsere Ingenieure gerade herauszufinden, was es ist, aber es sieht auf den ersten Blick so aus wie eine neue Fertigungsstraße für Terminatoren.“
„Auf den ersten Blick ... So haben wir den verdammten Krieg nicht gewonnen. Sie sollen es definitiv bestimmen“, brummelte der alte General in seinen ergrauenden Kinnbart. Als er mit seinem Kordon um die nächste Ecke bog, kam ihm ein Melder entgegengelaufen.
„General, bitte kommen Sie schnell. Es ist unglaublich ... und einfach grauenhaft.“ Aufgeregt deutete der junge Asiate nach vorne auf die nächsten Türen, wo eine größere Anzahl schwer bewaffneter Soldaten Stellung bezogen hatte.
Noch während er sich näherte, kam aus der anderen Richtung ein Trupp im Eilschritt herangelaufen. Mahtobu erkannte die Männer und Frauen als den Sanitätszug, den er mitgenommen hatte. Ohne sich um den General zu kümmern, rief der Vorderste mit den Abzeichen eines Commanders: „Wir sind gekommen, so schnell wir konnten. Wo sind sie?“
„Dort drin, in diesen beiden Räumen.“ Eine der Wachen deutete auf die entsprechenden Türen, auf die sich die Sanitäter sofort verteilten. Mahtobu traf gerade noch rechtzeitig ein, um den Commander aus dem ersten Raum sagen zu hören: „Oh Mann, es gibt Tage, da sollte man wirklich nicht aufstehen.“
[Fortsetzung folgt ...]
Mount Mitchell, Yancey County, North Carolina, USA 17. Dezember 2029
Die Stoßtrupps der Infanterie waren etwa fünfhundert Fuß unterhalb der Festungsbasis auf die ersten Zugänge gestoßen. General Mahtobu ging auf Nummer Sicher und ließ sie mit schweren Geschützen aufsprengen. Wie erwartet, befanden sich auch in dieser Anlage noch zig Terminatoren in Alarmbereitschaft, von denen die ersten sie auch gleich mit Plasmaimpulswaffen unter Feuer nahmen.
Irgendetwas stimmte nicht mit den verdammten Automaten. Skynet hatte in der letzten Zeit beinahe menschliche Züge der Verzweiflung gezeigt und begonnen, mit Verschlagenheit und Tücke immer neue Taktiken zu ersinnen, von denen die Zeitreise nicht die einzige war. Eine weitere Methode des Widerstandes war es, nicht nur seine diversen Festungsanlagen unabhängig von seiner direkten Kontrolle agieren zu lassen. Auch die einzelnen Terminatoren, im Normalfall unmittelbar von der Festungsanlage gesteuert und koordiniert, wurden statt dessen zunehmend im WRITE-Modus agierend angetroffen.
Als ihnen die ersten Terminatoren der 800er Serie in die Hände gefallen waren, hatte man sie natürlich gründlichst untersucht. Dabei entdeckte man, dass der Hauptprozessor der Endoskelette extrem leistungsfähig war, jedoch über einen mechanischen Schalter verfügte, welcher den großen Unterschied des Operationsmodus ausmachte.
In den meisten Fällen war dieser Schalter auf READ ONLY eingestellt, was bedeutete, dass der Prozessor sämtliche Daten, die seine Sensoren ihm lieferten, zwar verarbeitete, was ihn entsprechend seiner Programmierung angemessen handeln ließ. Diese war allerdings festgeschrieben, sodass keine neuen Parameter zu den vorhandenen Programmen hinzugefügt wurden. Dieser Modus wurde vor allem bei den gemeinen Kampfmaschinen verwendet, den Terminator-Endoskeletten ohne tarnendes menschliches Gewebe, die direkt von Skynet ferngesteuert wurden.
Doch für spezielle Aufträge, wenn die Maschinen in Menschengestalt sich unter die Rebellen mischen sollten, ohne erkannt zu werden, war mehr nötig als eine umfassende Programmierung mit Missionsparametern. Dann wurde der Schalter auf WRITE umgelegt, sodass der Prozessor Daten und Erfahrungen verarbeiten, neue Querverbindungen erstellen und auf seine elektronische Art in gewissem Umfang eigenständig denken konnte, da sein vernetzter Speicherblock einem neuralen biologischen Nervengewebe nachempfunden war. Die Maschine konnte dann dazulernen, sich an neue Situationen anpassen und auf eine geradezu unheimliche Weise als Mensch durchgehen. Enttarnt wurden diese Terminatoren meist erst durch Hunde, die das künstlich erzeugte Gewebe erschnüffeln konnten und sofort aggressiv auf die Anwesenheit eines Cyborgs reagierten.
Das Problem, das General Mahtobus Truppen jetzt hatten, war eine größere Anzahl von Terminator-Endoskeletten, die zwar als chromglänzende Sensenmänner in Erscheinung traten, sich jedoch auf beunruhigende Weise wie Menschen verhielten, sich bewusst bewegten und Deckung suchten, anstatt stumpfsinnig in ihre Vernichtung zu marschieren, wie sie es unter der Kontrolle eines Zentralrechners für gewöhnlich taten. Das machte es für die Soldaten sehr schwer, denn es hatte beinahe den Anschein, als würden sie gegen eine Armee von Menschen ankämpfen. Und seit etwa dreißig Jahren hatten sich keine Menschen mehr bekämpft, weil sie sich diesen Luxus angesichts der drohenden Ausrottung durch die herzlosen Maschinen nicht mehr leisten konnten.
Ein nicht zu unterschätzender psychologischer Nachteil für sie, wie dem schwarzen General klar war.
Dennoch unterlagen die Kampfroboter, wenn auch nicht so schnell wie sonst. Mit gramgebeugtem Haupt stapfte Mahtobu dann über das Vorfeld zum nächsten Eingang, als der Bereich gesichert war, ohne die toten Kameraden genauer anzusehen. Er war es so leid, auch jetzt noch derart viele junge Frauen und Männer zu verlieren, wo der eigentliche Krieg doch längst vorbei war. Nun, diese Leute waren nicht umsonst gestorben. Sobald sie die Informationen hatten, die sie brauchten, konnten sie in der Lage sein, dieser ganzen Farce ein Ende zu machen.
Und vielleicht konnten sie auch herausfinden, was mit dem Erkundungstrupp letzte Woche geschehen war. Sie mussten wohl bis in die Anlage eingedrungen sein, da sie weder Kampfspuren, geschweige denn die Leichen der Aufklärer hier draußen hatten entdecken können. Mahtobu hoffte es nicht, denn der Anführer des Spähtrupps war ein erfahrener langjähriger Kamerad von ihm.
Bedächtig schritt er über den schmutziggrauen Schnee, durch matschige Pfützen, wo der Boden von Lasersalven oder Granaten getroffen worden war, und über das Trümmerfeld, das von den Resten des Eingangsportales gebildet wurde. Er betrat jetzt zum sechsten Mal ein Bollwerk von Skynet und bemerkte auch dieses Mal: Im Inneren dieser Komplexe sah es immer recht ähnlich aus: nackte Stein- und Metallwände, kalt, funktionell, hässlich. Von Maschinen erbaut für Maschinen. Wieder etwas, was er an diesen Bastarden hasste.
Weit vor sich hörte er noch vereinzelt Kampflärm oder das Hallen einer detonierenden Granate. Die Terminatoren leisteten noch immer Widerstand, dachte Mahtobu mit grimmiger Miene. Na, das würden sie ihnen schon austreiben. Sie waren mit Sicherheit in der Überzahl, etwa achtzehnhundert Menschen zählte seine gesamte Truppe inklusive aller Experten. Und selbst von denen trug jeder eine schwere Feuerwaffe zusätzlich zu seiner Spezialausrüstung; die Menschen hatten sich den Luxus von unbewaffneten Soldaten nicht leisten können, auch wenn diese hochspezialisiert waren. Nur wenn jeder einzelne von ihnen etwas gegen die Cyborgs in der Hand hatte, bestand die Aussicht auf Erfolg, so hatte John Connor es ihnen eingetrichtert.
Sie erreichten eine Liftplattform, mit der sie tief in das Herz der Anlage hinabfuhren. Langsam senkte sich die unverkleidete Hebebühne in einem schrägen Winkel ins Innere des Berges hinein. Während der minutenlangen Fahrt lauschte Mahtobu schweigend auf den Kampflärm, der ihm mehr zu sagen schien als eine detaillierte Funkmeldung der Stoßtrupps. Die Schüsse und Explosionen ließen nach, der Komplex würde in Kürze vollständig gesäubert sein.
Er ging ein beinahe unverantwortbares Risiko ein, indem er sich als General in eine solche Anlage hineinwagte, solange dort noch Feindkräfte aktiv waren, auch wenn er von einem ausgeklügelten, mehrlagigen Schutzschild von Soldaten umgeben war, der sich mittlerweile bis in die halbe Festung erstrecken musste. Gedankenversunken streichelte er über den Kopf eines ausgemergelten alten Schäferhundes neben sich. Das Tier war mit der Nachhut hergebracht worden und diente natürlich dazu, getarnte T-800 zu erkennen.
Endlich hielt der Aufzug und entließ sie in einen großen Flur mit hoher Decke und vielen von Voraustrupps aufgebrochenen oder aufgesprengten Türen auf beiden Seiten. Alles war aus der gleichen beständigen Legierung gebaut, einem leicht bläulich schimmernden Metall. Mahtobu interessierte sich mehr für das, was er hier vorzufinden hoffte. Vor allem mussten sie sich ganz sicher sein, bevor sie die Festung als Ganzes sprengen konnten.
„Eine Meldung der Techniker, Sir“, sagte ein Funker, während er gleichzeitig auf den Inhalt der übermittelten Botschaft lauschte, „sie haben die feindliche Funkanlage innerhalb des Komplexes stillgelegt und Störsender gegen etwaige Reservesysteme etabliert. Wir können jetzt innerhalb der Anlage sicher kommunizieren.“
„Sehr gut, dann lassen Sie nach feindlichen Funksignalen peilen. So erwischen wir die restlichen Terminatoren hier drin schneller. Wenn sie im READ ONLY-Modus operieren, werden sie immer wieder versuchen, eine Verbindung zum Hauptrechner herzustellen, der sie steuert.“
„Ja, nur werden die im WRITE-Modus auf die Unterbrechung mit unverzüglicher Funkstille reagieren“, gab der Funker daraufhin zu bedenken. „Und hier drin sind entschieden zu viele davon im Einsatz. Die Dinger sind gerissen. Oh, ein weiterer Spruch kommt herein ... eine Ebene unter uns ist eine Fertigungsanlage entdeckt worden. Anhand der Computerdaten versuchen unsere Ingenieure gerade herauszufinden, was es ist, aber es sieht auf den ersten Blick so aus wie eine neue Fertigungsstraße für Terminatoren.“
„Auf den ersten Blick ... So haben wir den verdammten Krieg nicht gewonnen. Sie sollen es definitiv bestimmen“, brummelte der alte General in seinen ergrauenden Kinnbart. Als er mit seinem Kordon um die nächste Ecke bog, kam ihm ein Melder entgegengelaufen.
„General, bitte kommen Sie schnell. Es ist unglaublich ... und einfach grauenhaft.“ Aufgeregt deutete der junge Asiate nach vorne auf die nächsten Türen, wo eine größere Anzahl schwer bewaffneter Soldaten Stellung bezogen hatte.
Noch während er sich näherte, kam aus der anderen Richtung ein Trupp im Eilschritt herangelaufen. Mahtobu erkannte die Männer und Frauen als den Sanitätszug, den er mitgenommen hatte. Ohne sich um den General zu kümmern, rief der Vorderste mit den Abzeichen eines Commanders: „Wir sind gekommen, so schnell wir konnten. Wo sind sie?“
„Dort drin, in diesen beiden Räumen.“ Eine der Wachen deutete auf die entsprechenden Türen, auf die sich die Sanitäter sofort verteilten. Mahtobu traf gerade noch rechtzeitig ein, um den Commander aus dem ersten Raum sagen zu hören: „Oh Mann, es gibt Tage, da sollte man wirklich nicht aufstehen.“
[Fortsetzung folgt ...]
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T1.0.2 : John Connor und Skynet
cymep, 15:34h
[... Fortsetzung vom 17. Dezember 2029]
Los Angeles, Kalifornien, USA zur selben Zeit
Der Krieg war im Grunde bereits vor fast fünf Monaten gewonnen worden. Skynet, der alles beherrschende Supercomputer, war von paranoiden Menschen als ultimative Verteidigungswaffe entwickelt worden, um den USA die absolute militärische Kontrolle in der im Umbruch befindlichen und instabilen Welt der Nuklearmächte zu sichern. Kurz nach seiner Inbetriebnahme hatte die künstliche Intelligenz ein Selbstbewußtsein entwickelt, was Panik bei seinen Entwicklern hervorrief. Sie wollten ‚ihn’ deaktivieren, was bei ihm die ‚natürliche’ Reaktion der Selbsterhaltung auslöste.
Er wehrte sich, indem er am 29. August 1997 das komplette Arsenal an strategischen US-Kernwaffen auf die Staaten der ehemaligen Sowjetunion abfeuerte. Diese antworteten erwartungsgemäß mit einem umfassenden Gegenschlag, was den Dritten Weltkrieg, atomaren Dauerwinter und beinahe die Auslöschung der gesamten Weltbevölkerung zur Folge hatte. Die größte Anzahl an Überlebenden gab es naturgemäß auf der militärisch unbedeutenden südlichen Hemisphäre, von wo aus die meisten Menschen als Soldaten gegen die neuerschaffene Armee der Maschinen antraten. Skynet hatte anfangs mit einer kurzen Säuberungsaktion gerechnet, da in seinem unmittelbaren Machtbereich die meisten Menschen an Strahlung und Seuchen starben, verhungerten oder erfroren, während gleichzeitig immer mehr Roboter in zunehmend automatisierten Fertigungsanlagen entstanden und unter seiner direkten Kontrolle der restlichen Bevölkerung den Garaus machen sollten.
Sollten.
Denn womit Skynet nicht gerechnet hatte, war die Stärke des menschlichen Selbsterhaltungstriebes. Verblüffend schnell organisierten seine Erbauer und ehemalige Herren den bewaffneten Widerstand gegen die Tyrannei ihres undankbaren Zöglings. Sie verstanden es meisterhaft, sich vor den ausgesandten Tötungsmaschinen zu verbergen, sich seinem Zugriff zu entziehen, in nur schwer vorhersehbaren Mustern Überfälle auf seine Vorräte durchzuführen und sich so mit allem einzudecken, was sie zum Leben – und Kämpfen – benötigten. Zudem vermehrten sie sich ihrer Lage zum Trotz rasend schnell, viel schneller als zu den Zeiten, als sie noch die Kontrolle über ihre Welt hatten.
Und so war das Unvermeidliche nach über dreißig Jahren Krieg gegen die Maschinen eingetreten: Skynet war zerstört worden, der zentrale Rechner, der die Geschicke der Welt gelenkt hatte, existierte nicht mehr und die Menschheit hatte ihre Welt zurückerobert.
Bis auf ein paar Kleinigkeiten ...
Eigentlich hatte der Stab um John Connor herum nach seinen Erfahrungswerten angenommen, daß die Kampfmaschinen und automatisierten Produktionsfestungen überall auf der Welt ohne die Führung ihres Hauptrechners ihre Aktivitäten einstellen würden. Statt dessen stießen Connors Truppen auf immer mehr völlig autark arbeitende Einheiten, was gar nicht zur Grundeinstellung von Skynet passte: absolute, uneingeschränkte und vor allem ungeteilte Kontrolle.
Das war insofern umso verwunderlicher, als dass man, was die nachrichtendienstliche elektronische Informationsbeschaffung und Aufklärung anging, praktisch immer einhundert-prozentig richtig gelegen hatte.
Doch dies hier hatten sie nicht einmal erahnt.
Es war geradewegs so, als seien diese neuen, durch ihren unabhängigen Operationsmodus nur schwer bekämpfbaren Anlagen, die es nicht kümmerte, dass sie den Krieg bereits verloren hatten, aus dem Nichts aufgetaucht.
John Connor selbst hatte nur eine mögliche Erklärung dafür und wurde in dieser von all seinen Vertrauten bestätigt.
Das Gefecht zwischen Skynet und ihnen war noch nicht beendet, es war lediglich verlagert worden. Hier und jetzt hatten sie gewonnen, aber für wie lange, das konnte niemand sagen, denn es überstieg das Begriffsvermögen der brillantesten Spezialisten auf diesem Gebiet. Wahrscheinlich überstieg es selbst Skynets Rechenkapazitäten und das Supergenie mit der künstlichen Intelligenz wusste ebenfalls nicht, welche genauen Konsequenzen sein Handeln haben würde.
Was es jedoch nicht vom Handeln abhielt, denn Skynet war verzweifelt gewesen.
Er hatte über Jahre hinweg die Technik der Zeitreise ersonnen und im letzten verzweifelten Todeskampf mit diesem Mittel versucht, seine Niederlage abzuwenden. Zunächst hatte es sich auf den Führer der Widerstandsbewegung der Menschheit, John Connor, konzentriert. Um dessen gesamte Existenz auszuradieren, hatte er einen Terminator in der Zeit zurückgeschickt, um Connors Mutter vor seiner Geburt zu töten. Und damit hatte das Durcheinander mit den verschiedenen Zeitlinien und möglichen Zukunftsentwicklungen angefangen.
Nein, genau genommen erst dann, als die Resistance nach ihrem Sieg und der Eroberung der ersten Zeit-Verschiebungs-Anlage einen ihrer Soldaten hinterher sandte, um Sarah Connor zu schützen. Als sich die beiden auf ihrer halsbrecherischen Flucht ineinander verliebten und in der einzigen leidenschaftlichen Nacht, die sie je miteinander verbringen sollten, John Connor zeugten, war das Paradoxon komplett. Der Sohn hatte seinen eigenen Vater in die Vergangenheit geschickt, ohne dass dieser wusste, wer sein Befehlshaber war.
Der Terminator indes scheiterte, was Skynet daran bemerkte, dass John Connor nach der Entsendung seiner Killermaschine noch immer da war und mit unverminderter Härte den Angriff gegen ihn weiterführte. Erst kurz vor seiner endgültigen Vernichtung griff der Supercomputer zum letzten Mittel und schickte einen noch unerprobten Prototypen der Serie T-1000 zurück, um John Connor als kleinen Jungen zu töten, als er noch wehrlos war. Er musste feststellen, dass auch dieser Angriff in der Vergangenheit fruchtlos geblieben war, da auch John Connor nach der Eroberung der ZVA nach dem Soldaten zum Schutze seiner Mutter ironischerweise einen umprogrammierten T-800 zu seinem eigenen Schutz entsandte.
Das war der bisherige Wissensstand der Menschen. Die ganze Sache musste jedoch weitaus komplexer sein, als man angenommen hatte, da sich die jetzige Realität von der Erinnerung John Connors erheblich unterschied. Man forschte nach und entdeckte drei weitere Energiesignaturen, die auf Zeitverschiebungen hinwiesen. Beim Durchforsten der riesigen Datenmengen in den Speicherbänken der Anlage fanden Connors Techniker Hinweise auf zwei weitere Zeit-Verschiebungs-Anlagen. Dies hier war nur der Prototyp gewesen.
Sie brauchten dank der Veränderungen, die Skynet vor seinem Ende noch in der Zeitlinie zu seinen Gunsten vorgenommen hatte, über einen Monat, um den Großteil der nun autarken ‘Filialen’ von Skynet alleine auf dem nordamerikanischen Subkontinent einzunehmen und zu sichern. Die Menschen beschlossen, die Initiative in diesem verrückten Krieg, der sich quer durch die Jahrzehnte zog, zu ergreifen. Dummerweise war der Computer bei seinen weiteren Schachzügen in seinem undurchschaubaren Spiel mit dem Schicksal sehr subtil vorgegangen, sodass die Menschen erhebliche Probleme hatten, seine weitere Handlungsweise nachzuvollziehen. Sie entdeckten und eroberten die zweite ZVA am anderen Ende des Stadtgebietes von L.A. unter großen Verlusten, denn durch den gesamten Komplex streiften noch immer unabhängig agierende Terminatoren, die den Auftrag hatten, das Unabwendbare abzuwenden.
Kaum waren die Räume eingenommen, in denen die ZVA stand, waren fünf speziell ausgebildete Soldaten in die Vergangenheit geschickt worden, um den Mann zu töten, der die Technik weiterentwickelt hatte, die den Bau von Skynet ermöglicht hatte. Die Terminatoren eroberten danach diesen Teil der Anlage zurück und sandten ihrerseits insgesamt vier T-800 hinterher. Was danach geschehen war, ließ sich nicht genau sagen, jedoch war die Realität des Krieges noch immer präsent.
John Connor meinte einmal, dass man es gar nicht merken konnte, ob man mit diesen Eingriffen erfolgreich gewesen war, da sich nur aus der Sicht des Zeitreisenden selbst die Zeitlinie verändern würde. Dennoch sah er es als ihre Verpflichtung an, es zumindest zu versuchen. Vielleicht gab es eine Welt, die sie dadurch besser machen würden ... und wer konnte es schon wissen, eventuell auch ihre eigene.
Sie hatten schnell gelernt, die Energiesignaturen von Zeitsprüngen auch über größere Entfernungen zu registrieren und ihre Ursprünge zurückzuverfolgen.
John Connor saß am Funkgerät und hoffte, daß das, was er jetzt hören würde, ihn nicht zu weiteren Entscheidungen zwingen würde, deren Folgen unabsehbar sein konnten. Gebannt lauschte er und wartete darauf, wann die Funkstille beendet werden würde. Das würde bedeuten, daß sie Erfolg gehabt hatten.
[Fortsetzung folgt noch heute ...]
Los Angeles, Kalifornien, USA zur selben Zeit
Der Krieg war im Grunde bereits vor fast fünf Monaten gewonnen worden. Skynet, der alles beherrschende Supercomputer, war von paranoiden Menschen als ultimative Verteidigungswaffe entwickelt worden, um den USA die absolute militärische Kontrolle in der im Umbruch befindlichen und instabilen Welt der Nuklearmächte zu sichern. Kurz nach seiner Inbetriebnahme hatte die künstliche Intelligenz ein Selbstbewußtsein entwickelt, was Panik bei seinen Entwicklern hervorrief. Sie wollten ‚ihn’ deaktivieren, was bei ihm die ‚natürliche’ Reaktion der Selbsterhaltung auslöste.
Er wehrte sich, indem er am 29. August 1997 das komplette Arsenal an strategischen US-Kernwaffen auf die Staaten der ehemaligen Sowjetunion abfeuerte. Diese antworteten erwartungsgemäß mit einem umfassenden Gegenschlag, was den Dritten Weltkrieg, atomaren Dauerwinter und beinahe die Auslöschung der gesamten Weltbevölkerung zur Folge hatte. Die größte Anzahl an Überlebenden gab es naturgemäß auf der militärisch unbedeutenden südlichen Hemisphäre, von wo aus die meisten Menschen als Soldaten gegen die neuerschaffene Armee der Maschinen antraten. Skynet hatte anfangs mit einer kurzen Säuberungsaktion gerechnet, da in seinem unmittelbaren Machtbereich die meisten Menschen an Strahlung und Seuchen starben, verhungerten oder erfroren, während gleichzeitig immer mehr Roboter in zunehmend automatisierten Fertigungsanlagen entstanden und unter seiner direkten Kontrolle der restlichen Bevölkerung den Garaus machen sollten.
Sollten.
Denn womit Skynet nicht gerechnet hatte, war die Stärke des menschlichen Selbsterhaltungstriebes. Verblüffend schnell organisierten seine Erbauer und ehemalige Herren den bewaffneten Widerstand gegen die Tyrannei ihres undankbaren Zöglings. Sie verstanden es meisterhaft, sich vor den ausgesandten Tötungsmaschinen zu verbergen, sich seinem Zugriff zu entziehen, in nur schwer vorhersehbaren Mustern Überfälle auf seine Vorräte durchzuführen und sich so mit allem einzudecken, was sie zum Leben – und Kämpfen – benötigten. Zudem vermehrten sie sich ihrer Lage zum Trotz rasend schnell, viel schneller als zu den Zeiten, als sie noch die Kontrolle über ihre Welt hatten.
Und so war das Unvermeidliche nach über dreißig Jahren Krieg gegen die Maschinen eingetreten: Skynet war zerstört worden, der zentrale Rechner, der die Geschicke der Welt gelenkt hatte, existierte nicht mehr und die Menschheit hatte ihre Welt zurückerobert.
Bis auf ein paar Kleinigkeiten ...
Eigentlich hatte der Stab um John Connor herum nach seinen Erfahrungswerten angenommen, daß die Kampfmaschinen und automatisierten Produktionsfestungen überall auf der Welt ohne die Führung ihres Hauptrechners ihre Aktivitäten einstellen würden. Statt dessen stießen Connors Truppen auf immer mehr völlig autark arbeitende Einheiten, was gar nicht zur Grundeinstellung von Skynet passte: absolute, uneingeschränkte und vor allem ungeteilte Kontrolle.
Das war insofern umso verwunderlicher, als dass man, was die nachrichtendienstliche elektronische Informationsbeschaffung und Aufklärung anging, praktisch immer einhundert-prozentig richtig gelegen hatte.
Doch dies hier hatten sie nicht einmal erahnt.
Es war geradewegs so, als seien diese neuen, durch ihren unabhängigen Operationsmodus nur schwer bekämpfbaren Anlagen, die es nicht kümmerte, dass sie den Krieg bereits verloren hatten, aus dem Nichts aufgetaucht.
John Connor selbst hatte nur eine mögliche Erklärung dafür und wurde in dieser von all seinen Vertrauten bestätigt.
Das Gefecht zwischen Skynet und ihnen war noch nicht beendet, es war lediglich verlagert worden. Hier und jetzt hatten sie gewonnen, aber für wie lange, das konnte niemand sagen, denn es überstieg das Begriffsvermögen der brillantesten Spezialisten auf diesem Gebiet. Wahrscheinlich überstieg es selbst Skynets Rechenkapazitäten und das Supergenie mit der künstlichen Intelligenz wusste ebenfalls nicht, welche genauen Konsequenzen sein Handeln haben würde.
Was es jedoch nicht vom Handeln abhielt, denn Skynet war verzweifelt gewesen.
Er hatte über Jahre hinweg die Technik der Zeitreise ersonnen und im letzten verzweifelten Todeskampf mit diesem Mittel versucht, seine Niederlage abzuwenden. Zunächst hatte es sich auf den Führer der Widerstandsbewegung der Menschheit, John Connor, konzentriert. Um dessen gesamte Existenz auszuradieren, hatte er einen Terminator in der Zeit zurückgeschickt, um Connors Mutter vor seiner Geburt zu töten. Und damit hatte das Durcheinander mit den verschiedenen Zeitlinien und möglichen Zukunftsentwicklungen angefangen.
Nein, genau genommen erst dann, als die Resistance nach ihrem Sieg und der Eroberung der ersten Zeit-Verschiebungs-Anlage einen ihrer Soldaten hinterher sandte, um Sarah Connor zu schützen. Als sich die beiden auf ihrer halsbrecherischen Flucht ineinander verliebten und in der einzigen leidenschaftlichen Nacht, die sie je miteinander verbringen sollten, John Connor zeugten, war das Paradoxon komplett. Der Sohn hatte seinen eigenen Vater in die Vergangenheit geschickt, ohne dass dieser wusste, wer sein Befehlshaber war.
Der Terminator indes scheiterte, was Skynet daran bemerkte, dass John Connor nach der Entsendung seiner Killermaschine noch immer da war und mit unverminderter Härte den Angriff gegen ihn weiterführte. Erst kurz vor seiner endgültigen Vernichtung griff der Supercomputer zum letzten Mittel und schickte einen noch unerprobten Prototypen der Serie T-1000 zurück, um John Connor als kleinen Jungen zu töten, als er noch wehrlos war. Er musste feststellen, dass auch dieser Angriff in der Vergangenheit fruchtlos geblieben war, da auch John Connor nach der Eroberung der ZVA nach dem Soldaten zum Schutze seiner Mutter ironischerweise einen umprogrammierten T-800 zu seinem eigenen Schutz entsandte.
Das war der bisherige Wissensstand der Menschen. Die ganze Sache musste jedoch weitaus komplexer sein, als man angenommen hatte, da sich die jetzige Realität von der Erinnerung John Connors erheblich unterschied. Man forschte nach und entdeckte drei weitere Energiesignaturen, die auf Zeitverschiebungen hinwiesen. Beim Durchforsten der riesigen Datenmengen in den Speicherbänken der Anlage fanden Connors Techniker Hinweise auf zwei weitere Zeit-Verschiebungs-Anlagen. Dies hier war nur der Prototyp gewesen.
Sie brauchten dank der Veränderungen, die Skynet vor seinem Ende noch in der Zeitlinie zu seinen Gunsten vorgenommen hatte, über einen Monat, um den Großteil der nun autarken ‘Filialen’ von Skynet alleine auf dem nordamerikanischen Subkontinent einzunehmen und zu sichern. Die Menschen beschlossen, die Initiative in diesem verrückten Krieg, der sich quer durch die Jahrzehnte zog, zu ergreifen. Dummerweise war der Computer bei seinen weiteren Schachzügen in seinem undurchschaubaren Spiel mit dem Schicksal sehr subtil vorgegangen, sodass die Menschen erhebliche Probleme hatten, seine weitere Handlungsweise nachzuvollziehen. Sie entdeckten und eroberten die zweite ZVA am anderen Ende des Stadtgebietes von L.A. unter großen Verlusten, denn durch den gesamten Komplex streiften noch immer unabhängig agierende Terminatoren, die den Auftrag hatten, das Unabwendbare abzuwenden.
Kaum waren die Räume eingenommen, in denen die ZVA stand, waren fünf speziell ausgebildete Soldaten in die Vergangenheit geschickt worden, um den Mann zu töten, der die Technik weiterentwickelt hatte, die den Bau von Skynet ermöglicht hatte. Die Terminatoren eroberten danach diesen Teil der Anlage zurück und sandten ihrerseits insgesamt vier T-800 hinterher. Was danach geschehen war, ließ sich nicht genau sagen, jedoch war die Realität des Krieges noch immer präsent.
John Connor meinte einmal, dass man es gar nicht merken konnte, ob man mit diesen Eingriffen erfolgreich gewesen war, da sich nur aus der Sicht des Zeitreisenden selbst die Zeitlinie verändern würde. Dennoch sah er es als ihre Verpflichtung an, es zumindest zu versuchen. Vielleicht gab es eine Welt, die sie dadurch besser machen würden ... und wer konnte es schon wissen, eventuell auch ihre eigene.
Sie hatten schnell gelernt, die Energiesignaturen von Zeitsprüngen auch über größere Entfernungen zu registrieren und ihre Ursprünge zurückzuverfolgen.
John Connor saß am Funkgerät und hoffte, daß das, was er jetzt hören würde, ihn nicht zu weiteren Entscheidungen zwingen würde, deren Folgen unabsehbar sein konnten. Gebannt lauschte er und wartete darauf, wann die Funkstille beendet werden würde. Das würde bedeuten, daß sie Erfolg gehabt hatten.
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T1.0.1 Prolog
cymep, 14:08h
Realitäten im Wandel
- P R O L O G -
Mount Mitchell, Yancey County, North Carolina, USA 17. Dezember 2029
Ein eisiger, strenger Wind wehte über die schneebedeckten, kahlen Hänge der Appalachen und ließ den Männern und Frauen das Blut in den Adern gefrieren. Zu Hunderten quälten sie sich mühsam, teils mit schwerer Ausrüstung, die mit über 6700 Fuß höchste Erhebung des Gebirges hinauf. Es war nur noch gut eine Stunde bis Sonnenaufgang, und sie kamen sehr langsam voran, immer auf der Hut vor Fallen, Hinterhalten oder fliegenden Patrouillen. In weiser Voraussicht hatte General Mahtobu den Westhang für ihren Aufstieg gewählt, weil es auf dieser Seite des Mount Mitchell zuletzt hell werden würde. Wenn man noch von Helligkeit reden konnte angesichts des bitterkalten Winters, der auf weiten Teilen der nördlichen Hemisphäre der Erde herrschte. Eigentlich war der Tagesanbruch nur ein vager Schimmer, ein trüber Fleck am Himmel, der anzeigte, wo etwa die Sonne sich hinter den dichten Wolkenschichten verbarg.
Mahtobu war alt genug, um sich noch sehr gut an die Sonne in den alten Zeiten erinnern zu können. Er hasste die Maschinen abgrundtief dafür, was sie seiner Welt angetan hatten, in der Absicht, die Menschheit auszulöschen. Er war ein hervorragender Stratege und ein fanatischer Perfektionist, was nur zwei der Gründe dafür waren, dass er ein so guter und bedeutsamer Soldat geworden war.
Er pflegte gerne Haldeman zu zitieren: „Ich bin nur ein mittelmäßiger Kämpfer mit einer einzigen Besonderheit: Man hat stets an mir vorbeigeschossen.“
Heute verfluchte er die Maschinen dafür, dass sie sich ausgerechnet den höchsten Punkt der Appalachen für den Bau ihres Stützpunktes ausgesucht hatten. Die Kuppe war vollständig abgetragen worden und war einer achteckigen Festung mit einer sichtbaren Grundfläche von vielleicht fünfzig acre gewichen; niemand wusste indes, wie tief diese Anlage hinabreichte. Auch das hasste Mahtobu an den Maschinen: ihre Neigung, sich tief in die Eingeweide der Berge und in den Boden hineinzugraben, alles auszuhöhlen und labyrinthartige Irrgärten anzulegen. Gnade Gott demjenigen, der sich in dieses Gewirr aus Gängen und Hallen wagen musste.
Sie zum Beispiel waren gerade im Begriff, das zu tun.
Mit einem flauen Gefühl im Magen dachte er an den ersten Erkundungstrupp, den sie vor über einer Woche zum Berg geschickt hatten. Sie hatten nie wieder etwas von ihm gehört. Ihnen durfte das nicht passieren, dafür war ihre Mission einfach zu wichtig.
[Fortsetzung folgt noch heute...]
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Mount Mitchell, Yancey County, North Carolina, USA 17. Dezember 2029
Ein eisiger, strenger Wind wehte über die schneebedeckten, kahlen Hänge der Appalachen und ließ den Männern und Frauen das Blut in den Adern gefrieren. Zu Hunderten quälten sie sich mühsam, teils mit schwerer Ausrüstung, die mit über 6700 Fuß höchste Erhebung des Gebirges hinauf. Es war nur noch gut eine Stunde bis Sonnenaufgang, und sie kamen sehr langsam voran, immer auf der Hut vor Fallen, Hinterhalten oder fliegenden Patrouillen. In weiser Voraussicht hatte General Mahtobu den Westhang für ihren Aufstieg gewählt, weil es auf dieser Seite des Mount Mitchell zuletzt hell werden würde. Wenn man noch von Helligkeit reden konnte angesichts des bitterkalten Winters, der auf weiten Teilen der nördlichen Hemisphäre der Erde herrschte. Eigentlich war der Tagesanbruch nur ein vager Schimmer, ein trüber Fleck am Himmel, der anzeigte, wo etwa die Sonne sich hinter den dichten Wolkenschichten verbarg.
Mahtobu war alt genug, um sich noch sehr gut an die Sonne in den alten Zeiten erinnern zu können. Er hasste die Maschinen abgrundtief dafür, was sie seiner Welt angetan hatten, in der Absicht, die Menschheit auszulöschen. Er war ein hervorragender Stratege und ein fanatischer Perfektionist, was nur zwei der Gründe dafür waren, dass er ein so guter und bedeutsamer Soldat geworden war.
Er pflegte gerne Haldeman zu zitieren: „Ich bin nur ein mittelmäßiger Kämpfer mit einer einzigen Besonderheit: Man hat stets an mir vorbeigeschossen.“
Heute verfluchte er die Maschinen dafür, dass sie sich ausgerechnet den höchsten Punkt der Appalachen für den Bau ihres Stützpunktes ausgesucht hatten. Die Kuppe war vollständig abgetragen worden und war einer achteckigen Festung mit einer sichtbaren Grundfläche von vielleicht fünfzig acre gewichen; niemand wusste indes, wie tief diese Anlage hinabreichte. Auch das hasste Mahtobu an den Maschinen: ihre Neigung, sich tief in die Eingeweide der Berge und in den Boden hineinzugraben, alles auszuhöhlen und labyrinthartige Irrgärten anzulegen. Gnade Gott demjenigen, der sich in dieses Gewirr aus Gängen und Hallen wagen musste.
Sie zum Beispiel waren gerade im Begriff, das zu tun.
Mit einem flauen Gefühl im Magen dachte er an den ersten Erkundungstrupp, den sie vor über einer Woche zum Berg geschickt hatten. Sie hatten nie wieder etwas von ihm gehört. Ihnen durfte das nicht passieren, dafür war ihre Mission einfach zu wichtig.
[Fortsetzung folgt noch heute...]
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