Mittwoch, 6. Dezember 2006
T1.1.15 - KAPITEL 4
[...Fortsetzung des Buches]
- 4 -

Mount Mitchell, Yancey County, North Carolina, USA 22. Oktober 2030

So schnell er konnte, kam der Fernmeldetechniker den Gang hinabgelaufen und rief schon von weitem: „General! General!“
Mahtobu drehte sich erstaunt um und musterte den atemlosen Mann, der ihm einen Block mit einer Meldung darauf überreichte. „Das ... ist gerade ... vom Haupt ... quartier angekommen!“
Mit einem fragenden Seitenblick auf den Boten nahm der Kommandeur der Mount-Mitchell-Basis, wie sie mittlerweile genannt wurde, die Nachricht entgegen und las den Wortlaut. „Weshalb diese Eile, Corporal? Ist diese Mitteilung ... oh.“
Beim Lesen vergaß Mahtobu, was er hatte sagen wollen. Die Bedeutung dessen, was er da gerade erfahren hatte, traf ihn völlig unvorbereitet. Der Kommunikationsoffizier grinste leicht dämlich.
„Das habe ich auch gesagt, als ich die Nachricht empfangen habe, Sir. Meinen Sie, das ist gut für uns? Ich meine, was für Konsequenzen wird das für unsere Arbeit hier haben?“
Nachdenklich kratzte sich der Afrikaner am Bart. Vor seinem inneren Auge erschien ein Bild aus seiner Vergangenheit: die flirrende Mittagshitze über der Miombo, dem karg bewachsenen Trockenwald am Rande der Massiasteppe von Tansania. Das ausgedörrte, über mannshohe Büffelgras wiegte sich in Wellen wie ein lebendiges Meer, nur ab und zu unterbrochen von einer Insel in Form eines Affenbrotbaumes. Am Horizont die schneebedeckten Gebirgsmassive von Meru und weiter hinten, kaum noch erkennbar von seinem Heimatdorf aus, der Kilimandscharo. In einem kleinen Augenblick zog diese Erinnerung an ihm vorbei, verbunden mit der Frage, wie sein Leben hätte verlaufen können, wäre da nicht dieser Krieg und die drohende Apokalypse der Menschheit gewesen. Dann rief er sich selbst wieder zur Ordnung.
„Eine gute Frage, Soldat. Genau das werde ich herauszufinden versuchen.“ Langsam machte er sich auf den Weg zum Klassenzimmer, welches jedoch zu seinem Erstaunen leer war. Beim Blick auf seine Uhr stellte er überrascht fest, dass gerade Mittagszeit war und alle verbliebenen sieben Schüler wahrscheinlich verstreut in irgendwelchen Aufenthaltsräumen oder Quartieren waren, Essensrationen verzehrten, sich kurz ausruhten oder ihre Nase noch in ihr Lernmaterial für das eine oder andere Nachmittagsfach steckten.
In diesem Bergwerk ohne jegliches Tageslicht konnte man wirklich jedes Zeitgefühl verlieren, dachte er verdrossen beim Weg zur Messe, wo er die meisten Lehrkräfte vermutete. Nicht, dass sie in den Ruinen und unterirdischen Unterschlüpfen viel mehr Licht gehabt hatten ... aber irgendwo war doch immer wieder eine kleine Ritze oder ein Loch in der Decke, durch das tagsüber ein wenig Licht eingefallen war und einem zumindest das Gefühl für Tag und Nacht und somit einen gesunden Tagesrhythmus erhalten hatte.
Tatsächlich traf er in der kleinen, fast leeren Messe, welche wie auch das Klassenzimmer in einer demontierten und umgerüsteten Montagehalle für Terminatortechnologie eingerichtet worden war, auf vier der Lehrkräfte. Den Jenssens, zurückgezogen in einer Ecke des Raumes an einem der kleineren selbstgeschweißten Tische und Bankgruppen sitzend, gönnte er ein wenig Privatsphäre in ihrer kurzen Pause, weshalb er sich an den Tisch neben Karin Bochner und gegenüber des jungen, hünenhaften und muskelbepackten Sport- und Kampfsportlehrers Jesse Foreman aus Neuseeland setzte. Foreman war ein hochdekorierter und erfahrener Frontsoldat im Rang eines Majors, der es als eine außerordentliche Ehre ansah, bei diesem Projekt als Ausbilder für die körperliche Ertüchtigung seiner Schützlinge sorgen zu können.
Beim Anblick des Generals unterbrach Foreman sofort seinen eher belanglosen small-talk, wollte aufspringen und wie stets salutieren, doch Mahtobu winkte ab und bedeutete ihm, den Gruß zu unterlassen. „Bleiben Sie sitzen, Jesse, wir wollen die militärische Natur unserer Mission nicht übermäßig betonen, nicht wahr? ... Miss Bochner.“
Als sie sein grüßendes Zunicken erwiderte, regte sich kein Muskel in Karins Gesicht. Na, wenigstens war ihre anfängliche offene Abneigung im Lauf der Monate zuerst einer Art duldsamer Gleichgültigkeit und nun einer professionellen, beruflichen Höflichkeit gewichen. Manchmal schien es ihm, dass da noch mehr sein könnte, doch wenn das der Fall war, dann gab sie sich erfolgreich alle Mühe, es zu verbergen. So wollte sie nur wissen: „Was verschafft uns die Ehre, Sir?“
„Diese Nachricht. Sie hat mich gerade eben erreicht. Ich wollte, dass Sie als Ausbilder die Ersten sind, die es erfahren.“ Er reichte sie zunächst an Foreman weiter, der sie las, dann mit versteinerter Miene nochmals und dann noch ein drittes Mal. Karin sah ihn gespannt an und bemerkte erstaunt, wie eine einzelne Träne über das Gesicht des so knallharten und kompromisslosen Kämpfers hinabrollte.
„Dass ich das noch erleben darf ... es ist so unfassbar ...“
Sie hielt die Spannung nun nicht mehr aus und zupfte ihrem sichtlich bewegten Gegenüber das Blatt mit einer nicht heftigen, aber doch bestimmten Bewegung aus der Hand. Mahtobu konnte genau sehen, wie ihre Augen von links nach rechts wanderten und wieder zurück zur jeweils nächsten Zeile, indem sie leise murmelnd las.


„Letzte autonom gesteuerte Festungsanlage unter Kontrolle gebracht. Weltweit keine Hinweise auf weitere größere Skynet-Stützpunkte gefunden. Der Krieg ist endgültig vorbei.
Zwei weitere ZVAs im Bau gefunden, keine betriebsbereit. Keine weiteren unbekannten Eingriffe von Skynet in die Zeitlinie zu erwarten. Übertrage Ihnen absolute Handlungs-vollmacht über die personellen und zeitlichen Aspekte für den Einsatz der Zeitsprungeinheit.
John Connor, General a. D.“


Sie sah auf und versuchte noch zu begreifen, was das bedeuten könnte, während Foreman bereits die Hand von Mahtobu schüttelte und ihn offen anlächelte. „Ich gratuliere Ihnen, General. Sie wissen, dass Sie mein Okay für den Einsatz haben, ganz gleich, wie viele und wen Sie auswählen. Alle sieben sind seit mindestens einem Monat absolut topfit und körperlich in der Lage, so ziemlich alles durchzustehen und es mit jedem menschlichen Gegner aufzunehmen.“
„Ich bete zu Gott, dass sie es nur mit menschlichen Gegnern zu tun haben werden. Mit den Gefahren des normalen Lebens in der Vergangenheit werden sie jedenfalls spielend fertig werden.“ Mahtobus Miene schien sich zu verfinstern. „Aber ich denke, Sie wissen, was ich Sie jetzt fragen werde, Jesse?“
„Wir haben oft genug darüber gesprochen, General. Sie wissen, dass in der Zeit, die wir hinter uns haben, ein menschliches Leben zum Wertvollsten geworden ist, das wir kennen. Das Schwierigste für unsere Schüler wird sein, den Entdecker des ZVA-Effektes nach dessen Identifizierung zu terminieren. Aber ich habe lange und intensiv mit ihnen geredet und ihnen die Notwendigkeit vor Augen geführt. Sie wissen jetzt, dass es sein muss und dass sie es tun müssen, um die gesamte Menschheit vor unendlichem Leid zu bewahren. Jeder Einzelne von ihnen wird es tun, ohne zu zögern und ohne eine Waffe dafür zu benötigen. Sie können es. Ich weiß, dass sie es können werden.“ Sowohl die feste Stimme als auch das zuversichtliche Gesicht des Majors zeigten, wie überzeugt er von den Fähigkeiten seiner Schützlinge war.
Karins Miene hatte sich bei der Rede ihres Kollegen zusehends verfinstert. Sie sah auf ihren Chronographen und machte Anstalten, aufzustehen. Dann, als fiele es ihr gerade ein, fragte sie Foreman: „Sagen Sie Jesse, Sie glauben wirklich, dass die Schüler jetzt fähig sind, zu morden?“
„Was heißt ‚morden’? Sie wissen, dass wir diesen Terminus für das Missionsziel nicht verwenden.“ Entrüstet starrte der Neuseeländer seine Kollegin an.
„Genau das ist es aber in meinen Augen. Nun, dann sagen Sie mir wenigstens, können die Schüler auch schnell töten, oder quälen sie ihr Opfer noch, bevor sie ihm den Gnadenstoss geben?“ Mahtobu sah ihre undurchdringliche Miene und fragte sich schweigend, worauf zum Teufel sie jetzt wieder hinauswollte.
„Haben Sie mir denn nicht zugehört? Nichts wird für sie schwerer sein, als einen Menschen zu töten, sogar wenn es der ungewollte Engel des Verderbens für die gesamte Menschheit sein wird. Ich habe allen von ihnen immer wieder eingeschärft, dass derjenige es nicht in bösen Absichten getan hat, dass er keine Ahnung davon haben konnte, was seine Entdeckung anrichten würde. Und selbstverständlich werden sie die Zielperson nicht unnötig leiden lassen. Sie sehen es als Erlösungsakt für einen Märtyrer an, der der gesamten Welt durch seinen unfreiwilligen Tod großes Leiden erspart.“
„Das klingt ja beinahe schon pseudoreligiös! Ich bin jedenfalls erleichtert. So, ich gehe jetzt zurück in die Klasse. Sicher hat niemand von Ihnen etwas dagegen, dass ich die Kinder bitte, mich schnell und möglichst schmerzlos zu töten, falls sie entdecken sollten, dass ich selbst die Entdeckerin bin.“ Sie machte einen Schritt in Richtung Tür.
„Was soll das bedeuten?“, verlangte Mahtobu von ihr zu wissen.
Sie blieb stehen. „Ist das nicht offensichtlich? Ich habe zu dieser Zeit Biochemie, Geochemie und Mineralogie an der betreffenden Fakultät studiert. Ich kann mich zwar nicht mehr daran erinnern, jemals eine derartige Entdeckung gemacht zu haben ... na ja, ich hatte damals andere Sorgen, könnte man sagen, also möchte ich es nicht ausschließen. Und daher halte ich es nur für fair, dass ich den Kindern gegenüber diese persönliche Bitte äußere.“
Mahtobu stand auf. „Major Foreman, nehmen Sie diese Person in Gewahrsam und führen Sie sie auf die unterste Ebene ab, wo sie bis auf Weiteres in eine Lagereinrichtung gesperrt wird. Jeglicher Kontakt von ihr zu den Freiwilligen der Mission muss ab sofort strikt unterbleiben, bis das Projekt abgeschlossen ist.“
„WAAAS?!! Sind Sie irre?“ Ihre Stimme überschlug sich, als ihre Gesichtszüge völlig entgleisten und ihr die Bücher aus der Hand fielen, die sie mit sich getragen hatte.
Foreman war bereits bei ihr, während Mahtobu mit unbewegter Miene auf zwei gerade eingetroffene Soldaten deutete. „Privates, Sie eskortieren den Major und die Zivilistin und sorgen dafür, dass sie nicht flüchten kann, bis sie in sicherem Gewahrsam ist.“
Foreman hatte sich nun neben Karin gestellt, die beiden Soldaten hinter ihr versperrten ihr mit grimmigen Gesichtern die Tür, während alle anderen im Raum perplex auf die Szenerie starrten und versuchten zu begreifen, was hier vor sich ging.
Sie hatte sich nun einigermaßen gefangen und brachte mühsam hervor: „Das ist ein schlechter Witz, Mahtobu, ein ganz schlechter sogar. Was soll das, bitte sehr?“
Der schwarze General sah ihr in die Augen, dann senkte er den Blick und schüttelte bekümmert den Kopf. Seine Tonart war leise und zaghaft. „Ich bin sehr, sehr traurig, dass ich das noch erleben muss ... einen Menschen einzusperren ist eine schlimme Sache.
Sie wissen, dass mein Befehl lautet, eine von mir festgelegte Anzahl an trainierten Freiwilligen durch die Zeit zurückzuschicken, um ihren Auftrag auszuführen und den Atomkrieg zu verhindern. Ohne Sie wäre die Ausbildung sehr viel langsamer und schwieriger vonstatten gegangen, dessen bin ich mir bewusst und dafür bin ich Ihnen auch sehr dankbar.“
„Eine seltsame Art, mir das zu zeigen“, gab sie schnippisch zurück.
„Ich versuche, vier Milliarden Menschenleben zu retten, Sie verdammte Egoistin!!“, schrie er sie plötzlich an, sodass sie überrascht zusammenzuckte. Er wurde nun immer lauter, während die Worte aus ihm heraussprudelten: „Ich habe keine Ahnung, wie ein solches Individuum mit einer solchen Einstellung so lange überleben konnte!! Wohl sicher nicht aus eigener Kraft, oder sehe ich das falsch???! Die ‚Kinder’, wie Sie sie noch immer sehen, lieben Sie, verdammt noch mal!!! Ich habe momentan sieben Freiwillige, die wir über ein halbes Jahr lang mühsam vorbereitet haben. Wenn Sie jetzt zu ihnen gehen und ihnen diesen Bullshit von eben erzählen, habe ich null Freiwillige!!! KAPIEREN SIE DAS???!! Durch Ihren beschissenen, unangebrachten pazifistischen Ego-Trip gefährden Sie die Mission und das werde ich nicht zulassen!! FÜR SIE IST DAS HIER ZU ENDE, MISSY, WENN SIE NICHT AUGENBLICKLICH AUF DEN BODEN ZURÜCKKOMMEN!!!!“
Totenstille im Raum. Karin war immer kleiner geworden und in sich zusammengesunken, als er endlich die gesamte angestaute Wut über sie hinausgebrüllt hatte. Jetzt ging er auf sie zu und sagte gefährlich leise, indem er ihr eindringlich in die hellbraunen Augen starrte: „Wollen Sie, dass ich John Connor berichte, dass ich die erste Kriegsgefangene seit dem Tag des Jüngsten Gerichtes nehmen musste, weil sie im Begriff war, durch Untergrabung der Kampfmoral die Rettung von vier Milliarden Menschen zu verhindern? Können Sie sich überhaupt vorstellen, was das bedeutet? Vier Milliarden, Karin! Männer, Frauen, Kinder! Das können Sie nicht wirklich wollen ...“
Sie rutschte langsam an der Wand entlang nach unten und blieb wie betäubt auf dem Boden hocken, während sie vor sich her ins Leere starrte. Unablässig liefen ihr die Tränen die Wangen hinab, während sie mit erstickter Stimme hervorwürgte: „Es tut mir leid ... es tut mir ja so leid ... Sie haben ja so recht ... wie konnte ich nur so dumm sein ... Sie hatten mit allem recht ... es tut mir leid ... wie kann ich das nur gutmachen?“
Er reichte ihr die Hand hin und zog sie wieder auf die Füße, jetzt wieder in ganz gefasstem Tonfall. „Gar nicht. Das ist auch nicht nötig. Ich habe meine Entscheidung getroffen. Ich werde noch heute die Auswahl treffen. Der weitere Unterricht fällt aus und der Sprung wird morgen früh erfolgen.“
Karin sah aus, als hätte man sie mitten ins Gesicht geschlagen. „Aber, aber ... nein, das können Sie nicht tun. Sie sind noch nicht ...“
„Doch, das sind sie. Und Sie wissen das auch, Karin. Sie sind diejenige, die mir dauernd erzählt und auch den anderen Ausbildern bei jeder Gelegenheit weismacht, die Freiwilligen bräuchten eine noch längere Vorbereitung. Wir haben alle möglichen Stützpunkte von Skynet eliminiert und diese Anlage hier schon vor einiger Zeit betriebsbereit für einen Zeitsprung gemacht. Die Technik des raumversetzten Zeitsprunges ist von uns mit Hilfe der Daten des Hauptrechners der Anlage hier so weit erforscht worden, dass wir Personen bei einem Zeitsprung an jeden beliebigen Punkt der Erdoberfläche materialisieren können, im zeitlichen Rahmen eines Tages. Wir haben die Vollmacht und auch die Verpflichtung, unsere Arbeit zu vollenden.
Ich werde mir jetzt die unabhängige Meinung aller Lehrer einholen und dann definitiv festlegen, wie viele und wer von den Kandidaten springen wird. Minimal zwei, maximal sechs. Sie werden von der Entscheidung der Nominierung ausgeschlossen. Tut mir leid, aber das haben Sie sich selbst zuzuschreiben. Und jetzt will ich kein weiteres Wort von Ihnen hören. Sie können froh sein, wenn ich es überhaupt zulasse, dass Sie sie noch einmal zu Gesicht bekommen.“
„Bitte, nein, Sie können doch nicht so herzlos sein. Ich bitte Sie, ich flehe Sie an ...“
„Hören Sie gut zu, Miss Bochner. Ihnen mag das vielleicht irgendwie entgangen sein, doch dies hier ist eine militärische Operation. Weiß Gott, vielleicht die wichtigste in der gesamten Menschheitsgeschichte. Ich weiß momentan wirklich nicht, ob ich Ihnen noch vertrauen kann, ob Sie wirklich begreifen, wie viel vom Gelingen dieses Auftrages abhängt. Das Beste für die Moral der ausgesuchten Freiwilligen wird es wohl sein, wenn sie sich von Ihnen verabschieden können. Aber ich gebe Ihnen mein Wort, ich werde mit gezogener Waffe hinter Ihnen stehen und wenn Sie auch nur eine falsche Andeutung erkennen lassen, dann werde ich, so wahr Skynet ein metallener Bastard ist, tun, was getan werden muss. Wie Sie wissen, bin auch ich ein Soldat. Verstehen Sie, Soldat? Soll Ohne Langes Denken Alles Tun. Ich habe nicht dreißig Jahre überlebt, indem ich in Bunkern Kinder gehütet habe und mir dadurch ein verdrehtes Bild von der Realität zugelegt habe. Ich werde es tun, wenn Sie das hier versauen, verstanden? Das Letzte, was wir brauchen, ist ein von Ihren Ansichten verwirrter Zeitspringer, der in der Vergangenheit in einem unachtsamen Moment von dem Terminator umgelegt wird, der zum Schutz des ZVA-Effekt-Entdeckers zurückgereist ist.“
Sie sah zu Boden und sagte kleinlaut: „Ich denke, das habe ich mehr als verdient. Sie haben mir die Augen geöffnet, General, dafür muss ich mich wohl bei Ihnen bedanken. Und natürlich haben Sie recht: Alle sieben sind bereit, wenn Sie sie auswählen sollten. Sie werden ihr Bestes geben und ihre Sache glänzend machen.“
„Dann verstehen wir uns?“ Fragend sah er in ihr Gesicht. Sie blickte langsam auf, bis sie sich direkt in die Augen sahen. Zweifellos war etwas in ihr vorgegangen, während er ihr den Kopf gewaschen hatte. Da war eine Veränderung in ihren Augen, er konnte nicht sagen, was es war ...
Sie lächelte wehmütig und bekräftigte noch mal: „Die ‚Freiwilligen’ werden ihre Sache gut machen.“
Mahtobu erwiderte ihr Lächeln und sah dann über die Schulter: „Jesse?“
„Sie haben meine Meinung doch schon gehört, General. Siebenmal ‚Go’ für die Schüler.“
Der Afrikaner nickte dankend und wandte sich dem Lehrerehepaar aus Hannover zu. Sie bestätigten die Bereitschaft und erbaten sich kurze Bedenkzeit darüber, wen sie vom sprachlichen Aspekt aus am ehesten entsenden würden.
„Ich gehe jetzt noch zu den restlichen Lehrern und befrage sie, dann werde ich meine Entscheidung bekannt geben. Jesse, Sie sind so nett und weichen Miss Bochner nicht von der Seite, bis ich Sie alle informiere, wer springen wird.“
„Sir?“ Fragend musterte der Major seinen Kommandeur.
Mahtobu wandte sich an Karin und zwinkerte ihr zu. „Sie ... nun, leisten ihr Gesellschaft, wenn man so will. Man kann nie wissen.“
Mit sich und der Welt zufrieden über die Wendung der Ereignisse, spazierte er zur Messe hinaus. Er hatte auch schon eine Idee, wen und wie viele er entsenden würde, jetzt wollte er nur noch die Bestätigung der Ausbilder.
Dann konnte es ja losgehen.

[Fortsetzung folgt ...]

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