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Freitag, 2. März 2007
ST2.1 - KAPITEL 1
cymep, 14:29h
[Anfang der 2. StarTrek Fanfiction (Teil 1 hier herunterladen) ]
Star Trek - U.S.S. Fairchild (N.C.C. - 1912 - A)
Gedankenversunken standen Lennard, Leardini und Nidor auf dem abgedunkelten Aussichtsdeck und starrten durch die Scheibe aus transparentem Aluminium in das Vakuum der Raumwerft hinaus, wo ihr Schiff gerade die Endkontrollen nach über acht Monaten der Umrüstung und Modernisierung passierte. Sie hatten sofort nach ihrer Rückkehr den Befehl von oberster Stelle erhalten, hierherzufliegen, nachdem sämtliche Familienmitglieder und andere Zivilisten von Bord hatten gehen müssen. Bei ihrer Ankunft stellten sie fest, daß sich bei diesen Koordinaten eine Raumschiffwerft befand, und zwar eine hochgeheime, von deren Existenz nicht einmal Captain Lennard etwas gewußt hatte.
„Was meinen Sie, Mrs. Nidor, wird sie rechtzeitig fertigwerden?“ Captain Lennard, ein hochgewachsener Neuseeländer, Ende Dreißig und mit seinem dunkelblonden Haar sowie den grüngrauen Augen einen recht freundlichen Eindruck auf den Beobachter machend, sah seine Chefingenieurin Atarma Nidor, eine Vulcanierin, an.
„Ich war gerade bei der Abschlußbesprechung mit den Werftingenieuren,“ antwortete Nidor, „und es sieht ganz danach aus, als seien die Umbauten abgeschlossen. Wir haben die Konstruktion des vom Ewigen verbesserten metaphasischen Schildes soweit studiert, daß wir ihn in Schiffen, die sich noch im Bau befinden, teilweise und mit nur geringem Mehraufwand realisieren können. Die Nachrüstung in bereits existierende Modelle, welche nicht der Galaxy-Klasse entsprechen, stellt uns zur Zeit allerdings noch vor unlösbare Probleme.“
„Und die sonstigen Arbeiten?“ wollte Leardini, die Erste Offizierin, wissen.
„Nun, das Studium der Daten, die uns der Ewige überlassen hat, trägt bereits erste Früchte. Natürlich hält sich die Föderation an die ethische Verpflichtung, die der Besitz von solch immensen Wissensschätzen mit sich bringt. Es wird in keiner Weise an überlegenen Waffensystemen gearbeitet, um das Gleichgewicht der Kräfte im Quadranten zu unseren Gunsten zu be-einflussen.“
„...wie die klingonischen Renegaten es ohne Zögern getan hätten, wären sie im Besitz der Daten geblieben. Hoffen wir nur, daß so etwas wie damals nie wieder geschieht,“ bemerkte Leardini.
Lennard erklärte daraufhin: „Keine Sorge, Stefania, das wird nicht noch einmal vorkommen. Nachdem die Sternenflotte aufgrund unserer Berichte erkannt hat, welche Gefahren in einem erneuten Besuch des Alnilam-Systems liegen, wurde es zur Sperrzone erklärt. Es wird sogar schärfer überwacht als Talos IV.“
„Naja, ein wenig beruhigt mich das schon. Und die übrigen Details der Verbesserungen?“ Fragend sah Leardini ihre Kollegin an.
„Durch das Studium der Bibliothek der Rasse, welche als letzte vor uns den Ewigen besucht hat, ist es uns gelungen, mit einigen einschneidenden Verbesserungen der Warpfeld-Geometrie, der Diliziumkristall-Ausrichtung des Antriebssystems und einer neuartigen Verterium-Kortenid-Legierung für die Warpspulen den Warpantrieb so zu verbessern, daß eine Dauer-höchstgeschwindigkeit von Warp 9,9 problemlos gehalten werden kann. Das Strukturelle IntegritätsFeld (SIF) arbeitet jetzt mit einer Effizient von 197 Prozent der ursprünglichen Stärke, das TrägheitsDämpfungsFeld (TDF) kann bis zu fünfzig Prozent stärkere Beschleunigungen kompensieren und spricht seit der Rekonfigurierung der zugehörigen Software noch schneller an als bisher. Es absorbiert nach ersten Computersimulationen Erschütterungen bis zur Stärke 5,6 auf der nach oben offenen Richter-Skala. Ferner arbeiten wir noch an letzten Tests, um den Transporter so umzurüsten, daß er durch die aufgebauten Schilde hindurch arbeitet.“
„Wirklich beeindruckend, Lieutenant Commander. Warp 9,9 werden wir auch dringend brauchen, wenn wir unsere Mission lebend überstehen wollen und uns keine andere Wahl bleibt, als mit Höchsttempo davonzufliegen, vor wem auch immer.“
„Verzeihen Sie die Frage, Captain, aber wie genau meinen Sie das?“
„Das kann ich Ihnen zu diesem Zeitpunkt leider noch nicht beantworten, Mrs. Nidor. Wir sind hier offenbar in eine große Sache hereingeraten. Starfleet hat einiges mit uns vor, sobald die Umbauten an der Aldebaran abgeschlossen sind und die Crew vom Urlaub oder der zeitweiligen Versetzung zurückgekehrt ist. Noch ist alles geheim... warum grinsen Sie so, Stefania?“
Nidor antwortete: „Ich nehme an, das Vergnügen der Commander ist darauf zurückzuführen, daß sie unser Schiff wieder Aldebaran genannt haben.“
Er schlug sich mit der Hand an den Kopf. „Gut, Sie haben mich erwischt. Aber warum wir das Schiff umbenennen mußten, will mir nicht so ganz in den Sinn gehen.“
„Der Name war vielen im Hauptquartier schon seit jeher zu unkonventionell und unscheinbar. Die Admirale haben doch nur auf so eine Gelegenheit gewartet, um unter fadenscheinigen Gründen für eine Umbenennung zu plädieren. Ich glaube jedenfalls nicht, daß die Feinde der Föderation davon so sehr verwirrt werden, daß uns daraus der entscheidende Vorteil entsteht. Ich sehe eher die Gefahr, daß wir für Hochstapler angesehen werden, wenn wir unsere Flottenstärke auf dem Papier erhöhen wollen. Dadurch könnte sogar der Anschein entstehen, daß wir verwundbarer sind, als wir zugeben wollen,“ ereiferte sich Leardini.
Lennard zuckte mit den Schultern. „So schlecht klingt Fairchild doch gar nicht. Ich finde, irgendwie paßt der Name zu einem Schiff der Galaxy-Klasse,“ wiegelte Lennard ab.
„Ziemlich pompös und selbstverherrlichend. Meiner Meinung nach paßt er eher in die Mantel- und Degenperiode der Föderation des späten dreiundzwanzigsten Jahrhunderts ... Sie wissen schon, Kirk und Konsorten. Nun ja, Wenigstens haben sie uns die Registrierungsnummer gelassen,“ meinte sie großzügig und wandte sich dann nochmals Nidor zu. „Wie habt ihr das mit dem Transporter gemacht?“
„Wir haben die technischen Informationen direkt vom Sternenflotten-Hauptquartier bekommen, von den Wissenschaftlern, die mit der Auswertung der Daten des Ewigen von Alnilam beschäftigt waren. Es war praktisch eines der ersten Dinge, die sie direkt verwerten konnten. Die Kultur dieses Volkes soll übrigens... faszinierend gewesen sein.“
„Ich wußte, sie würde das sagen,“ raunte Leardini Lennard zu.
Unbeeindruckt fuhr Nidor fort: „Die Grundlagen sind in der Theorie vorhanden, um selbst durch einen hochgefahrenen Schirm von unserer Stärke hindurchzubeamen. Es hat sogar den Anschein, als habe der Ewige bei der Modifikation der Schirmkonstruktion als Basis die Technik jener Rasse benutzt, die sich Malporo nannten. Ihre Technik war der unseren noch am ähnlichsten, soweit das bisher beurteilt werden kann. Wir haben die Adaption jedoch noch nicht soweit, daß wir sie auf unsere Quantenauflösungstechnik anwenden können; das bedeutet, wir können noch keine lebenden Wesen sicher transportieren, nur unbelebte Materie. Ich möchte Ihnen auch gar nichts vormachen, Captain, denn meiner Einschätzung nach werden wir diese Aufgabe nicht mehr bis zu dem geplanten Abflugsdatum lösen können.“
„Das macht nichts, Mrs. Nidor, es wird auch ohne gehen. Wir können froh sein, daß wir in so kurzer Zeit bereits von dem immensen Wissen profitieren, das uns zum Geschenk gemacht wurde. Was glauben Sie, werden die Jem’hadar in der Lage sein, unsere Schilde zu durchdringen?“
Nidors Augenbrauen hoben sich an den Außenseiten, wodurch deren Diagonalität noch stärker betont wurde. „Schwer abzuschätzen. Ihre Waffen werden es nicht schaffen, auch wenn sie weiterentwickelt sind als unsere. Falls sie das Schiff entern wollen, stehen die Dinge anders. Bislang haben sie sich durch jeden uns bekannten Schutzschild ohne Probleme hindurchbeamen können. Demnach haben sie auf diesem Gebiet einen erheblich größeren technologischen Vorsprung als beispielsweise bei den Waffen. Und denken Sie daran, Captain, daß nur drei der Jem’hadar-Schiffe die Odyssey, unser Schwesterschiff, zerstören konnten.“
„Ja, durch einen Kamikaze-Angriff, bei dem sie mit einem ihrer Schiffe unseres gerammt haben,“ erwiderte Leardini gereizt, „während wir indes etwas ganz Ähnliches mit einem Schiff der Vor’cha- Klasse getan haben. Nur, daß wir dabei nicht selbst ums Leben kamen, sondern kaum einen Kratzer abbekommen haben, das ist der Unterschied.“
„Ich würde fünf eingebogene Stützstreben in Sektion Zehn Vorne und zwei angerissene Halteklammern der Maschinensektion nicht gerade als ‘Kratzer’ bezeichnen,“ belehrte Nidor sie und fügte nach einem Moment nachdenklichen Zögerns hinzu, „ganz zu schweigen von dem schweren Nervenschock, den unser bedauernswerter Barkeeper erlitt, als er durch die Panoramafenster den Klingonenkreuzer auf sich zurasen sah.“
Beschwichtigend hob Leardini einen Mundwinkel sowie ihre Schultern. „Da haben Sie allerdings recht, das muß ich Ihnen zugestehen, Atarma. Ich weiß nicht, wie ich an seiner Stelle reagiert hätte.“
„Seine Reaktion, das Schiff stehenden Fußes bei der nächsten Raumbasis zu verlassen, kann ich durchaus nachvollziehen,“ bemerkte Nidor.
„Die Tatsache, daß wir die Stärke des Strukturellen Integritäts-Feldes nahezu verdoppelt haben, beruhigt mich allerdings weniger als meine feste Überzeugung, Counselor Kall in Krisensituationen nicht mehr als Steueroffizier einzusetzen.“
Auf diesen Einwurf Lennards hin mußte Leardini lachen.
Natürlich verzog die Vulcanierin keine Miene.
Als Leardini das bemerkte, verebbte ihr Lachen allmählich und machte einer gewissen Resignation in ihrer Miene Platz.
Lennard fragte schnell: „Können wir die A... verflixt! ...die Fairchild also wie geplant bemannen und unsere zivilen Besatzungsmitglieder bei Starbase 149 abholen?“
„Vom technischen Standpunkt aus sind keine Bedenken anzumelden, wenn die letzte Ebene-Eins-Diagnose keine Fehler mehr aufzeigt. An der Transporterproblematik kann der technische Stab ja während des Fluges arbeiten... wenn dazu genügend Zeit bleibt.“ Dieses Mal hob Nidor nur eine Braue.
Lennard sah auf und sagte leise: „So funktioniert das nicht, Lieutenant Commander. Wenn Sie irgendetwas über unsere Mission erfahren wollen, müssen Sie schon eine Gedankenverschmelzung mit mir durchführen.“
Sofort versteifte sich die Haltung der Chefingenieurin. „Nichts läge mir ferner, Sir. Bitte verzeihen Sie, falls ich den Eindruck von Neugierde erweckt haben sollte. Ich... ich denke, ich sollte nochmals zum Schiff hinüber, um den Stand der Diagnose einzusehen.“
„In Ordnung. Dann bis morgen, Sternzeit Komma Fünf in der Beobachtungslounge.“ Nachdem Lennard ihr zugenickt hatte, verließ sie den schwach beleuchteten Raum. Leardini wartete geduldig, bis sich die Türen mit leisem Zischen hinter ihr geschlossen hatten, bevor sie das Wort ergriff.
„Ist es denn fair, die Besatzung im Ungewissen zu lassen? Diese Geheimniskrämerei paßt mir nicht, Kyle.“
„Ich weiß, aber ich habe mir das schließlich auch nicht ausgesucht. Ich fühle mich genauso unbehaglich dabei wie du. Wenn es nach mir ginge, würde ich nicht einmal unsere zivilen Besatzungsmitglieder mitnehmen. Bei dem Gedanken an die Odyssey wird mir schon ein wenig mulmig.“
„Allein schon diese geheime Werft! Wie kommt es, daß so gut wie niemand von ihr weiß?“ wollte Leardini wissen.
Nachdenklich eruierte er: „Nach dem, was ich erfahren habe, hat dieser Ort keine sehr ruhmreiche Vergangenheit vorzuweisen. Vor etwa fünfzehn Jahren wurde hier die Pegasus mit einer insgeheim entwickelten Tarnvorrichtung ausgerüstet. Sie funktionierte jedoch nicht wie geplant und das Schiff ging verloren.“
„Die Föderation hat sich doch im Vertrag von Algeron dazu verpflichtet, keine Tarnvorrichtung zu entwickeln,“ bemerkte Leardini entrüstet.
„Das stimmt. Als das Schiff vor ein paar Jahren gefunden wurde, kam alles ans Licht, was man damals nach dem Verlust des Schiffes mühsam zu vertuschen versucht hatte. Es ging hinauf bis in die Admiralsränge, das mußt du dir ‘mal vorstellen.“ Ohne darüber nachzudenken, war er von hinten an sie herangetreten und hatte die Arme um sie gelegt.
„Auch die Sternenflotte besteht nicht nur aus Heiligen,“ stimmte sie zu und drehte sich zu ihm hin, um seine Umarmung zu erwidern. „Was meinst du, wird es wirklich so haarig werden, wie das Hauptquartier glaubt, daß es werden könnte?“
„Darüber mache ich mir eigentlich keine großen Sorgen, Stefania. Im Gegenteil, ich fühle mich ganz schlecht bei der Rolle, die wir spielen sollen. Es erscheint mir nicht fair.“
„War das Dominion je fair zu uns? Denk’ nur einmal an die jüngsten Vorfälle auf der Erde. Nur vier Formwandler haben es so weit gebracht, daß totalitäre Elemente in der Sternenflotte den gesamten Planeten beinahe für unbestimmbare Zeit unter Militärherrschaft gestellt hätten.“
„Wenn Captain Sisko das Komplott nicht aufgedeckt hätte. Wir haben ihm viel zu verdanken.“ Lennard sann einen Moment nach. „Ich glaube, ich freue mich richtig darauf, ihn kennenzulernen. Hast du gewußt, daß die Bajoraner ihn als religiöse Ikone verehren?“
Leardini nickte. „Als ‘den Abgesandten’. Das hat etwas mit der Entdeckung des Wurmloches von ihm und Lieutenant Commander Dax zu tun. Das bis... soll ich sagen, bis jetzt einzige bekannte stabile Wurmloch? Okay, es wurde in alten bajoranischen Legenden als ‘Himmels-tempel der Propheten’ verehrt, bis sich herausstellte, daß es wirklich existiert.“
Lennard kam eine Idee. „Sollen wir ihm erzählen, daß wir schon einmal mit unserem Schiff hindurchgeflogen sind? Er würde uns das nie glauben!“
„Wir werden uns einiges zu erzählen haben.“ Er straffte sich ein wenig. „Wollen wir?“
Sie hakte sich bei ihm unter, als sie den Beobachtungsraum verließen. Draußen wurde gerade der neue Namenszug des Schiffes mit einem großen ‘D’ fertiggestellt, während das ‘A’ hinter der alten Registrierungsnummer noch in Arbeit war. Sie würden wirklich noch mit der sprichwörtlichen feuchten Farbe in ‘See’ stechen, so dringend war die Ausführung ihres Auftrages. Das Dominion war eben ein wenig zu weit gegangen.
[Fortsetzung folgt morgen...]
Star Trek - U.S.S. Fairchild (N.C.C. - 1912 - A)
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Sternzeit 49784,8Gedankenversunken standen Lennard, Leardini und Nidor auf dem abgedunkelten Aussichtsdeck und starrten durch die Scheibe aus transparentem Aluminium in das Vakuum der Raumwerft hinaus, wo ihr Schiff gerade die Endkontrollen nach über acht Monaten der Umrüstung und Modernisierung passierte. Sie hatten sofort nach ihrer Rückkehr den Befehl von oberster Stelle erhalten, hierherzufliegen, nachdem sämtliche Familienmitglieder und andere Zivilisten von Bord hatten gehen müssen. Bei ihrer Ankunft stellten sie fest, daß sich bei diesen Koordinaten eine Raumschiffwerft befand, und zwar eine hochgeheime, von deren Existenz nicht einmal Captain Lennard etwas gewußt hatte.
„Was meinen Sie, Mrs. Nidor, wird sie rechtzeitig fertigwerden?“ Captain Lennard, ein hochgewachsener Neuseeländer, Ende Dreißig und mit seinem dunkelblonden Haar sowie den grüngrauen Augen einen recht freundlichen Eindruck auf den Beobachter machend, sah seine Chefingenieurin Atarma Nidor, eine Vulcanierin, an.
„Ich war gerade bei der Abschlußbesprechung mit den Werftingenieuren,“ antwortete Nidor, „und es sieht ganz danach aus, als seien die Umbauten abgeschlossen. Wir haben die Konstruktion des vom Ewigen verbesserten metaphasischen Schildes soweit studiert, daß wir ihn in Schiffen, die sich noch im Bau befinden, teilweise und mit nur geringem Mehraufwand realisieren können. Die Nachrüstung in bereits existierende Modelle, welche nicht der Galaxy-Klasse entsprechen, stellt uns zur Zeit allerdings noch vor unlösbare Probleme.“
„Und die sonstigen Arbeiten?“ wollte Leardini, die Erste Offizierin, wissen.
„Nun, das Studium der Daten, die uns der Ewige überlassen hat, trägt bereits erste Früchte. Natürlich hält sich die Föderation an die ethische Verpflichtung, die der Besitz von solch immensen Wissensschätzen mit sich bringt. Es wird in keiner Weise an überlegenen Waffensystemen gearbeitet, um das Gleichgewicht der Kräfte im Quadranten zu unseren Gunsten zu be-einflussen.“
„...wie die klingonischen Renegaten es ohne Zögern getan hätten, wären sie im Besitz der Daten geblieben. Hoffen wir nur, daß so etwas wie damals nie wieder geschieht,“ bemerkte Leardini.
Lennard erklärte daraufhin: „Keine Sorge, Stefania, das wird nicht noch einmal vorkommen. Nachdem die Sternenflotte aufgrund unserer Berichte erkannt hat, welche Gefahren in einem erneuten Besuch des Alnilam-Systems liegen, wurde es zur Sperrzone erklärt. Es wird sogar schärfer überwacht als Talos IV.“
„Naja, ein wenig beruhigt mich das schon. Und die übrigen Details der Verbesserungen?“ Fragend sah Leardini ihre Kollegin an.
„Durch das Studium der Bibliothek der Rasse, welche als letzte vor uns den Ewigen besucht hat, ist es uns gelungen, mit einigen einschneidenden Verbesserungen der Warpfeld-Geometrie, der Diliziumkristall-Ausrichtung des Antriebssystems und einer neuartigen Verterium-Kortenid-Legierung für die Warpspulen den Warpantrieb so zu verbessern, daß eine Dauer-höchstgeschwindigkeit von Warp 9,9 problemlos gehalten werden kann. Das Strukturelle IntegritätsFeld (SIF) arbeitet jetzt mit einer Effizient von 197 Prozent der ursprünglichen Stärke, das TrägheitsDämpfungsFeld (TDF) kann bis zu fünfzig Prozent stärkere Beschleunigungen kompensieren und spricht seit der Rekonfigurierung der zugehörigen Software noch schneller an als bisher. Es absorbiert nach ersten Computersimulationen Erschütterungen bis zur Stärke 5,6 auf der nach oben offenen Richter-Skala. Ferner arbeiten wir noch an letzten Tests, um den Transporter so umzurüsten, daß er durch die aufgebauten Schilde hindurch arbeitet.“
„Wirklich beeindruckend, Lieutenant Commander. Warp 9,9 werden wir auch dringend brauchen, wenn wir unsere Mission lebend überstehen wollen und uns keine andere Wahl bleibt, als mit Höchsttempo davonzufliegen, vor wem auch immer.“
„Verzeihen Sie die Frage, Captain, aber wie genau meinen Sie das?“
„Das kann ich Ihnen zu diesem Zeitpunkt leider noch nicht beantworten, Mrs. Nidor. Wir sind hier offenbar in eine große Sache hereingeraten. Starfleet hat einiges mit uns vor, sobald die Umbauten an der Aldebaran abgeschlossen sind und die Crew vom Urlaub oder der zeitweiligen Versetzung zurückgekehrt ist. Noch ist alles geheim... warum grinsen Sie so, Stefania?“
Nidor antwortete: „Ich nehme an, das Vergnügen der Commander ist darauf zurückzuführen, daß sie unser Schiff wieder Aldebaran genannt haben.“
Er schlug sich mit der Hand an den Kopf. „Gut, Sie haben mich erwischt. Aber warum wir das Schiff umbenennen mußten, will mir nicht so ganz in den Sinn gehen.“
„Der Name war vielen im Hauptquartier schon seit jeher zu unkonventionell und unscheinbar. Die Admirale haben doch nur auf so eine Gelegenheit gewartet, um unter fadenscheinigen Gründen für eine Umbenennung zu plädieren. Ich glaube jedenfalls nicht, daß die Feinde der Föderation davon so sehr verwirrt werden, daß uns daraus der entscheidende Vorteil entsteht. Ich sehe eher die Gefahr, daß wir für Hochstapler angesehen werden, wenn wir unsere Flottenstärke auf dem Papier erhöhen wollen. Dadurch könnte sogar der Anschein entstehen, daß wir verwundbarer sind, als wir zugeben wollen,“ ereiferte sich Leardini.
Lennard zuckte mit den Schultern. „So schlecht klingt Fairchild doch gar nicht. Ich finde, irgendwie paßt der Name zu einem Schiff der Galaxy-Klasse,“ wiegelte Lennard ab.
„Ziemlich pompös und selbstverherrlichend. Meiner Meinung nach paßt er eher in die Mantel- und Degenperiode der Föderation des späten dreiundzwanzigsten Jahrhunderts ... Sie wissen schon, Kirk und Konsorten. Nun ja, Wenigstens haben sie uns die Registrierungsnummer gelassen,“ meinte sie großzügig und wandte sich dann nochmals Nidor zu. „Wie habt ihr das mit dem Transporter gemacht?“
„Wir haben die technischen Informationen direkt vom Sternenflotten-Hauptquartier bekommen, von den Wissenschaftlern, die mit der Auswertung der Daten des Ewigen von Alnilam beschäftigt waren. Es war praktisch eines der ersten Dinge, die sie direkt verwerten konnten. Die Kultur dieses Volkes soll übrigens... faszinierend gewesen sein.“
„Ich wußte, sie würde das sagen,“ raunte Leardini Lennard zu.
Unbeeindruckt fuhr Nidor fort: „Die Grundlagen sind in der Theorie vorhanden, um selbst durch einen hochgefahrenen Schirm von unserer Stärke hindurchzubeamen. Es hat sogar den Anschein, als habe der Ewige bei der Modifikation der Schirmkonstruktion als Basis die Technik jener Rasse benutzt, die sich Malporo nannten. Ihre Technik war der unseren noch am ähnlichsten, soweit das bisher beurteilt werden kann. Wir haben die Adaption jedoch noch nicht soweit, daß wir sie auf unsere Quantenauflösungstechnik anwenden können; das bedeutet, wir können noch keine lebenden Wesen sicher transportieren, nur unbelebte Materie. Ich möchte Ihnen auch gar nichts vormachen, Captain, denn meiner Einschätzung nach werden wir diese Aufgabe nicht mehr bis zu dem geplanten Abflugsdatum lösen können.“
„Das macht nichts, Mrs. Nidor, es wird auch ohne gehen. Wir können froh sein, daß wir in so kurzer Zeit bereits von dem immensen Wissen profitieren, das uns zum Geschenk gemacht wurde. Was glauben Sie, werden die Jem’hadar in der Lage sein, unsere Schilde zu durchdringen?“
Nidors Augenbrauen hoben sich an den Außenseiten, wodurch deren Diagonalität noch stärker betont wurde. „Schwer abzuschätzen. Ihre Waffen werden es nicht schaffen, auch wenn sie weiterentwickelt sind als unsere. Falls sie das Schiff entern wollen, stehen die Dinge anders. Bislang haben sie sich durch jeden uns bekannten Schutzschild ohne Probleme hindurchbeamen können. Demnach haben sie auf diesem Gebiet einen erheblich größeren technologischen Vorsprung als beispielsweise bei den Waffen. Und denken Sie daran, Captain, daß nur drei der Jem’hadar-Schiffe die Odyssey, unser Schwesterschiff, zerstören konnten.“
„Ja, durch einen Kamikaze-Angriff, bei dem sie mit einem ihrer Schiffe unseres gerammt haben,“ erwiderte Leardini gereizt, „während wir indes etwas ganz Ähnliches mit einem Schiff der Vor’cha- Klasse getan haben. Nur, daß wir dabei nicht selbst ums Leben kamen, sondern kaum einen Kratzer abbekommen haben, das ist der Unterschied.“
„Ich würde fünf eingebogene Stützstreben in Sektion Zehn Vorne und zwei angerissene Halteklammern der Maschinensektion nicht gerade als ‘Kratzer’ bezeichnen,“ belehrte Nidor sie und fügte nach einem Moment nachdenklichen Zögerns hinzu, „ganz zu schweigen von dem schweren Nervenschock, den unser bedauernswerter Barkeeper erlitt, als er durch die Panoramafenster den Klingonenkreuzer auf sich zurasen sah.“
Beschwichtigend hob Leardini einen Mundwinkel sowie ihre Schultern. „Da haben Sie allerdings recht, das muß ich Ihnen zugestehen, Atarma. Ich weiß nicht, wie ich an seiner Stelle reagiert hätte.“
„Seine Reaktion, das Schiff stehenden Fußes bei der nächsten Raumbasis zu verlassen, kann ich durchaus nachvollziehen,“ bemerkte Nidor.
„Die Tatsache, daß wir die Stärke des Strukturellen Integritäts-Feldes nahezu verdoppelt haben, beruhigt mich allerdings weniger als meine feste Überzeugung, Counselor Kall in Krisensituationen nicht mehr als Steueroffizier einzusetzen.“
Auf diesen Einwurf Lennards hin mußte Leardini lachen.
Natürlich verzog die Vulcanierin keine Miene.
Als Leardini das bemerkte, verebbte ihr Lachen allmählich und machte einer gewissen Resignation in ihrer Miene Platz.
Lennard fragte schnell: „Können wir die A... verflixt! ...die Fairchild also wie geplant bemannen und unsere zivilen Besatzungsmitglieder bei Starbase 149 abholen?“
„Vom technischen Standpunkt aus sind keine Bedenken anzumelden, wenn die letzte Ebene-Eins-Diagnose keine Fehler mehr aufzeigt. An der Transporterproblematik kann der technische Stab ja während des Fluges arbeiten... wenn dazu genügend Zeit bleibt.“ Dieses Mal hob Nidor nur eine Braue.
Lennard sah auf und sagte leise: „So funktioniert das nicht, Lieutenant Commander. Wenn Sie irgendetwas über unsere Mission erfahren wollen, müssen Sie schon eine Gedankenverschmelzung mit mir durchführen.“
Sofort versteifte sich die Haltung der Chefingenieurin. „Nichts läge mir ferner, Sir. Bitte verzeihen Sie, falls ich den Eindruck von Neugierde erweckt haben sollte. Ich... ich denke, ich sollte nochmals zum Schiff hinüber, um den Stand der Diagnose einzusehen.“
„In Ordnung. Dann bis morgen, Sternzeit Komma Fünf in der Beobachtungslounge.“ Nachdem Lennard ihr zugenickt hatte, verließ sie den schwach beleuchteten Raum. Leardini wartete geduldig, bis sich die Türen mit leisem Zischen hinter ihr geschlossen hatten, bevor sie das Wort ergriff.
„Ist es denn fair, die Besatzung im Ungewissen zu lassen? Diese Geheimniskrämerei paßt mir nicht, Kyle.“
„Ich weiß, aber ich habe mir das schließlich auch nicht ausgesucht. Ich fühle mich genauso unbehaglich dabei wie du. Wenn es nach mir ginge, würde ich nicht einmal unsere zivilen Besatzungsmitglieder mitnehmen. Bei dem Gedanken an die Odyssey wird mir schon ein wenig mulmig.“
„Allein schon diese geheime Werft! Wie kommt es, daß so gut wie niemand von ihr weiß?“ wollte Leardini wissen.
Nachdenklich eruierte er: „Nach dem, was ich erfahren habe, hat dieser Ort keine sehr ruhmreiche Vergangenheit vorzuweisen. Vor etwa fünfzehn Jahren wurde hier die Pegasus mit einer insgeheim entwickelten Tarnvorrichtung ausgerüstet. Sie funktionierte jedoch nicht wie geplant und das Schiff ging verloren.“
„Die Föderation hat sich doch im Vertrag von Algeron dazu verpflichtet, keine Tarnvorrichtung zu entwickeln,“ bemerkte Leardini entrüstet.
„Das stimmt. Als das Schiff vor ein paar Jahren gefunden wurde, kam alles ans Licht, was man damals nach dem Verlust des Schiffes mühsam zu vertuschen versucht hatte. Es ging hinauf bis in die Admiralsränge, das mußt du dir ‘mal vorstellen.“ Ohne darüber nachzudenken, war er von hinten an sie herangetreten und hatte die Arme um sie gelegt.
„Auch die Sternenflotte besteht nicht nur aus Heiligen,“ stimmte sie zu und drehte sich zu ihm hin, um seine Umarmung zu erwidern. „Was meinst du, wird es wirklich so haarig werden, wie das Hauptquartier glaubt, daß es werden könnte?“
„Darüber mache ich mir eigentlich keine großen Sorgen, Stefania. Im Gegenteil, ich fühle mich ganz schlecht bei der Rolle, die wir spielen sollen. Es erscheint mir nicht fair.“
„War das Dominion je fair zu uns? Denk’ nur einmal an die jüngsten Vorfälle auf der Erde. Nur vier Formwandler haben es so weit gebracht, daß totalitäre Elemente in der Sternenflotte den gesamten Planeten beinahe für unbestimmbare Zeit unter Militärherrschaft gestellt hätten.“
„Wenn Captain Sisko das Komplott nicht aufgedeckt hätte. Wir haben ihm viel zu verdanken.“ Lennard sann einen Moment nach. „Ich glaube, ich freue mich richtig darauf, ihn kennenzulernen. Hast du gewußt, daß die Bajoraner ihn als religiöse Ikone verehren?“
Leardini nickte. „Als ‘den Abgesandten’. Das hat etwas mit der Entdeckung des Wurmloches von ihm und Lieutenant Commander Dax zu tun. Das bis... soll ich sagen, bis jetzt einzige bekannte stabile Wurmloch? Okay, es wurde in alten bajoranischen Legenden als ‘Himmels-tempel der Propheten’ verehrt, bis sich herausstellte, daß es wirklich existiert.“
Lennard kam eine Idee. „Sollen wir ihm erzählen, daß wir schon einmal mit unserem Schiff hindurchgeflogen sind? Er würde uns das nie glauben!“
„Wir werden uns einiges zu erzählen haben.“ Er straffte sich ein wenig. „Wollen wir?“
Sie hakte sich bei ihm unter, als sie den Beobachtungsraum verließen. Draußen wurde gerade der neue Namenszug des Schiffes mit einem großen ‘D’ fertiggestellt, während das ‘A’ hinter der alten Registrierungsnummer noch in Arbeit war. Sie würden wirklich noch mit der sprichwörtlichen feuchten Farbe in ‘See’ stechen, so dringend war die Ausführung ihres Auftrages. Das Dominion war eben ein wenig zu weit gegangen.
[Fortsetzung folgt morgen...]
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ST2.0 prelaunch
cymep, 13:38h
Willkommen zur zweiten Episode von Andiliones StarTrek Fanfiction
Wer sich auf den Start in 2 Stunden vorbereiten will, kann und sollte sich hier Den Vorgänger: StarTrek 1 - Der Ewige von Alnilam hier herunterladen, um die ganzen Zusammenhänge und Figuren zu verstehen.Auf gehts, noch 99 Minuten bis zum Start von StarTrek 2 => Der Feind meines Feindes... ist mein Feind !
Soviel sei schonmal verraten:
Die Figuren der Handlung werden sein:
Kyle Lennard - Captain - Erde (Neuseeland)
Stefania Leardini - Erste Offizierin - Erde (Italien)
Gora Vakuf - Steueroffizierin - Vulcan
Sam Kam - Counselor - Betazed
David Stern Bordarzt Erde (Schweiz)
Neer Darrn - Einsatzleitender Offizier (OPS) - Klingon
Wuran Cluj - Wissenschaftliche Offizierin - Bajor
Onue Kazuki - Sicherheitschef - Erde (Japan)
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T1: total download
cymep, 13:08h
Mit Dank an alle Leser gibt es zum Abschluß der letzten Fanfiction
Viel Spaß dabei !
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Viel Spaß dabei !
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