Dienstag, 16. Januar 2007
T1.56
cymep, 20:55h
[... Fortsetzung des Buches]
Freiburg im Breisgau, Deutschland - 29. März 1997
Nachdem es ihm mehr schlecht als recht gelungen war, sie ein bisschen zu beruhigen, unterhielten sie sich noch eine Weile über alles Mögliche und kamen dann langsam zum Ende ihres Gespräches. Er sagte dann noch: „Sind eigentlich Simon und Abbey auch da?“
„Ja, sie sitzen in der Küche.“
„Kannst du Abbey schnell mal ans Telefon holen? Mir ist gerade etwas eingefallen.“
Etwas überrascht meinte sie: „Natürlich.“
Abbey war nicht minder verblüfft, kam der Aufforderung aber rasch nach, schließlich war es nicht gerade das billigste Vergnügen, in die USA zu telefonieren. Sie begrüßte ihn, hörte lange zu und machte ein erstauntes Gesicht.
„Ja, das hört sich toll an. Aber bist du sicher, dass du das wirklich willst? Ich meine ...“
Er schien ihr ins Wort zu fallen, denn sie lauschte wieder eine Weile und sagte dann: „Naja, das ist nicht von der Hand zu weisen. Also gut, ich bedanke mich für das Angebot und nehme es auch gerne an ... nein, keine Angst, sobald du zurückkommst, bin ich schneller wieder weg, als du schauen kannst.“
Während Karin sie verständnislos ansah, machte sie ein ernstes Gesicht. „Ja, an die Kiste oben erinnere ich mich ... klar, ich werde ein Auge darauf werfen ... ja, natürlich weiß ich, was du meinst ... kein Problem ... wie? Ja, dir auch, alles Gute.“
Dann legte sie auf und sah Karin mit düsterer Miene an.
„Was wollte er von dir?“, fragte sie, obwohl sie es irgendwie schon ahnte.
Mit tonloser Stimme sagte sie: „Er hat mir sein Zimmer zum Wohnen angeboten, solange er weg ist. Er hat gemeint, es ist für uns alle praktischer, da ich nicht im Studentenwohnheim außerhalb hausen müsste und so bei Simon sein kann. Er hat gesagt, dass er einen Dauerauftrag für seinen Teil der Miete laufen hätte und ich mich darum nicht zu kümmern brauchte. Es klingt zwar blöd, aber so richtig freuen kann ich mich nicht darüber. Mir wäre es lieber gewesen, er wäre noch hier.“
Karin sah hinauf in das bildhübsche Gesicht des amazonenhaften Mädchens, das sie um fast einen Kopf überragte. Sie fiel ihr plötzlich um den Hals. „Willkommen in der WG, Abbey. Ich glaube, außer dir hätte ich niemand anderes hier haben wollen, nicht mal Natasha. Es ist zwar eine schwierige Lage, aber ich glaube, wir alle können das Beste daraus machen, wenn wir wollen.“
„Danke, Kleines. Ich freue mich darauf, hier bei euch zu wohnen, wenn auch die Umstände alles andere als gut sind, die dazu geführt haben.“ Sie drückte sie an sich und hob sie hoch, so dass Karin auf den Zehenspitzen stehen musste, um die Umarmung noch erwidern zu können.
Dann gingen sie in die Küche, um Simon die Neuigkeit zu verkünden. Auch seine Reaktion war zweigeteilt. Einerseits war er natürlich glücklich über diese unverhoffte Entwicklung, doch andererseits wurde ihm erst damit bewusst, dass ein sehr guter Freund von ihm dadurch für lange Zeit fort sein würde.
Und die nächsten Monate zogen ins Land, während Karin bedrückt mit ihrem Schicksal haderte und ihre Freunde versuchten, ihr so gut es ging Beistand und Trost zu spenden und sie auf andere Gedanken zu bringen.
Im fernen Gebirge Mount Cheyenne in Colorado wurde indes der leistungsfähigste und mächtigste Computer der Weltgeschichte montiert und installiert. Probeläufe wurden gemacht, jedes System auf Herz und Nieren getestet und die Ergebnisse schürten die Euphorie der technikverliebten Verteidigungsexperten nur noch mehr, als alle ihre Erwartungen übertroffen wurden.
Niemand im fernen Freiburg nahm es zur Kenntnis.
Fast niemand.
[Fortsetzung folgt ...]
Freiburg im Breisgau, Deutschland - 29. März 1997
Nachdem es ihm mehr schlecht als recht gelungen war, sie ein bisschen zu beruhigen, unterhielten sie sich noch eine Weile über alles Mögliche und kamen dann langsam zum Ende ihres Gespräches. Er sagte dann noch: „Sind eigentlich Simon und Abbey auch da?“
„Ja, sie sitzen in der Küche.“
„Kannst du Abbey schnell mal ans Telefon holen? Mir ist gerade etwas eingefallen.“
Etwas überrascht meinte sie: „Natürlich.“
Abbey war nicht minder verblüfft, kam der Aufforderung aber rasch nach, schließlich war es nicht gerade das billigste Vergnügen, in die USA zu telefonieren. Sie begrüßte ihn, hörte lange zu und machte ein erstauntes Gesicht.
„Ja, das hört sich toll an. Aber bist du sicher, dass du das wirklich willst? Ich meine ...“
Er schien ihr ins Wort zu fallen, denn sie lauschte wieder eine Weile und sagte dann: „Naja, das ist nicht von der Hand zu weisen. Also gut, ich bedanke mich für das Angebot und nehme es auch gerne an ... nein, keine Angst, sobald du zurückkommst, bin ich schneller wieder weg, als du schauen kannst.“
Während Karin sie verständnislos ansah, machte sie ein ernstes Gesicht. „Ja, an die Kiste oben erinnere ich mich ... klar, ich werde ein Auge darauf werfen ... ja, natürlich weiß ich, was du meinst ... kein Problem ... wie? Ja, dir auch, alles Gute.“
Dann legte sie auf und sah Karin mit düsterer Miene an.
„Was wollte er von dir?“, fragte sie, obwohl sie es irgendwie schon ahnte.
Mit tonloser Stimme sagte sie: „Er hat mir sein Zimmer zum Wohnen angeboten, solange er weg ist. Er hat gemeint, es ist für uns alle praktischer, da ich nicht im Studentenwohnheim außerhalb hausen müsste und so bei Simon sein kann. Er hat gesagt, dass er einen Dauerauftrag für seinen Teil der Miete laufen hätte und ich mich darum nicht zu kümmern brauchte. Es klingt zwar blöd, aber so richtig freuen kann ich mich nicht darüber. Mir wäre es lieber gewesen, er wäre noch hier.“
Karin sah hinauf in das bildhübsche Gesicht des amazonenhaften Mädchens, das sie um fast einen Kopf überragte. Sie fiel ihr plötzlich um den Hals. „Willkommen in der WG, Abbey. Ich glaube, außer dir hätte ich niemand anderes hier haben wollen, nicht mal Natasha. Es ist zwar eine schwierige Lage, aber ich glaube, wir alle können das Beste daraus machen, wenn wir wollen.“
„Danke, Kleines. Ich freue mich darauf, hier bei euch zu wohnen, wenn auch die Umstände alles andere als gut sind, die dazu geführt haben.“ Sie drückte sie an sich und hob sie hoch, so dass Karin auf den Zehenspitzen stehen musste, um die Umarmung noch erwidern zu können.
Dann gingen sie in die Küche, um Simon die Neuigkeit zu verkünden. Auch seine Reaktion war zweigeteilt. Einerseits war er natürlich glücklich über diese unverhoffte Entwicklung, doch andererseits wurde ihm erst damit bewusst, dass ein sehr guter Freund von ihm dadurch für lange Zeit fort sein würde.
Und die nächsten Monate zogen ins Land, während Karin bedrückt mit ihrem Schicksal haderte und ihre Freunde versuchten, ihr so gut es ging Beistand und Trost zu spenden und sie auf andere Gedanken zu bringen.
Im fernen Gebirge Mount Cheyenne in Colorado wurde indes der leistungsfähigste und mächtigste Computer der Weltgeschichte montiert und installiert. Probeläufe wurden gemacht, jedes System auf Herz und Nieren getestet und die Ergebnisse schürten die Euphorie der technikverliebten Verteidigungsexperten nur noch mehr, als alle ihre Erwartungen übertroffen wurden.
Niemand im fernen Freiburg nahm es zur Kenntnis.
Fast niemand.
[Fortsetzung folgt ...]
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