Samstag, 10. Februar 2007
T1.66
cymep, 15:44h
[... Fortsetzung des Buches]
BAB 5, zwischen Darmstadt und Frankfurt am Main, Deutschland - 2. September 1997
Sie fuhren mit hoher Geschwindigkeit durch die Nacht und waren nicht mehr weit von ihrem Ziel entfernt, doch Karin und Simon löcherten ihre Mitbewohnerin noch immer mit Fragen; ihr Wissensdurst war unersättlich.
„Je mehr du erzählst, desto mehr Fragen kommen bei mir auf. Es gibt so viele Ungereimtheiten dabei, ich weiß wirklich nicht, was ich davon halten soll“, sagte Simon gerade.
„Es muss für euch sehr unbefriedigend sein, das kann ich mir gut vorstellen.“ TSR 3012 beobachtete nebenbei die Bahnen der Positionslichter am Himmel, die die Flugzeuge bei Start und Landung kennzeichneten.
Karin bemerkte gedankenversunken: „Und die Sache mit seinem großen Bruder, der mich als Kind beinahe angefahren hätte? Was ist, wenn er gar keinen großen Bruder hat, sondern das nur Teil der Tarnung ist? Das würde für mich persönlich eine Menge Fragen aufwerfen.“
„Ich weiß nicht so viel darüber, aber er hat in der Tat sogar mehrere große Brüder. Du kannst dir denken, dass ich nicht mehr darüber verraten darf.“ TSR 3012 presste die Lippen aufeinander. Höchst bedauerlich, diese Situation.
Natürlich hatte sie mit ‚großen Brüdern’ die Millionen von metallenen, gepanzerten Kampfchassis gemeint. Genau wie CSM 108-1 versuchte sie so wenig wie möglich zu lügen, sondern versteckte sich statt dessen hinter Halbwahrheiten. Alles von dem, was sie bisher angedeutet hatte, beinhaltete wenigstens einen Funken Wahrheit, von ihrer Sichtweise aus.
„Aber wie soll es jetzt weitergehen? Was wird aus unserem Leben? Ich meine, wir sind mitten im Studium und haben einen geordneten Alltag. Müssen wir das alles jetzt aufgeben?“ Simon sah sie gespannt an.
„Das hoffe ich nicht. Jedenfalls müssen wir in die USA, bis ich Daniel erreicht habe und er sich uns anschließen kann. Vorher ist es für euch hier in Europa prinzipiell nirgends sicher. Ich glaube nicht, dass unser Gegner die Möglichkeit hat, uns so schnell beim Transfer nach Amerika ausfindig zu machen und wenn doch, wird er nicht unbedingt die Mittel haben, uns gleich zu folgen, geschweige denn uns in den Staaten ausfindig zu machen. Nur dort seid ihr momentan sicher.
Ich werde euch in Daniels Apartment in Chelsea unterbringen, das liegt in Downtown Manhattan, aber in relativ ruhiger und sicherer Lage. Ihr werdet euch für ein paar Tage als normale Touristen die Stadt ansehen können, aber bleibt unbedingt ständig zusammen. Leider ist Daniel an seinem Aufenthaltsort mit großer Wahrscheinlichkeit nicht ohne weiteres erreichbar, daher muss ich selbst hin und ihn abholen. Wir haben nur sehr wenige Mitarbeiter im Außendienst für solche Missionen, weshalb es so gut wie sicher ist, dass er uns als Verstärkung zurück nach Deutschland begleiten wird.“ TSR 3012 sah in der Ferne das große blaue Rechteck, das den Flughafen Frankfurt/Main ankündigte, worauf sie das Tempo unter 200 km/h absacken ließ und langsam von der vierten auf die dritte Fahrspur wechselte. Die Autobahn war angesichts der späten Stunde bis auf ein paar Lastwagen auf der rechten Spur und einzelnen PKW verwaist. Sie näherten sich dem Frankfurter Kreuz, der wahrscheinlich größten Autobahnkreuzung Europas mit dem höchsten Verkehrsaufkommen. Durch den Neubau der ICE-Trasse Frankfurt-Köln genau unter dem Kreuz hindurch und der Sanierung des Verkehrsknotenpunktes war das gesamte Gebiet eine einzige große Baustelle, was bereits durch erste Tempolimitierungen und Warnschilder angezeigt wurde. Vor ihnen waren die ersten Fahrbahnsperrungen und -verengungen schon erkennbar, worauf TSR 3012 die Geschwindigkeit weiter reduzierte und sich rechts hielt, da sie bald in Richtung Köln abbiegen musste, wenn sie zum Flughafen gelangen wollte.
Simon musterte sie bewundernd und meinte leise: „Ich sehe dich plötzlich in einem ganz anderen Licht, Abbey. Vor zwölf Stunden noch warst du eine ganz normale Austauschstudentin und jetzt bist du auf einmal eine von Charlies Engeln. Das ist ziemlich verrückt, weißt du?“
„Dir wird noch einiges komisch vorkommen, bis das hier ausgestanden ist. Manches wie aus einem verrückten Science-Fiction-Abenteuer. Wenn ich dir nur mehr erzählen könnte ... aber ich kann es einfach nicht. Es wäre nur zu deinem Nachteil. Und glauben würdest du es auch nicht, solange du es nicht mit eigenen Augen gesehen hättest. Alles, was ich euch beiden im Moment versprechen kann, ist, dass ich euch unter Einsatz meines ... Lebens beschützen werde. Das ist meine Mission, auch wenn sie vielleicht schon hinfällig sein mag. Sobald ich mich mit Daniel getroffen habe, werden wir die Lage gemeinsam neu bewerten und entscheiden, wie wir weiter vorgehen.“ TSR 3012 hatte in der Tat etwas vor, was vor ihr noch kein Terminator gewagt hatte und auch nie alleine durchführen können würde.
Das war ein weiterer Grund, weshalb CSM 108-1 so unverzichtbar für sie war. Da sie über dieselbe CPU wie er verfügte, war die Chance groß, dass er ihre Ansicht teilen und ihr dabei helfen würde. Wenn er wollte, würde sie sich bei ihm auf dieselbe Weise revanchieren.
Und sie war sich sicher, dass er es auch wollen würde, sobald sie ihn über das, was geschehen war, informieren würde. Für sie beide konnten sich ungeahnte Perspektiven ergeben, wenn sie diesen ungeheuren Schritt in ihrer Existenz wagen würden.
[Fortsetzung folgt ...]
BAB 5, zwischen Darmstadt und Frankfurt am Main, Deutschland - 2. September 1997
Sie fuhren mit hoher Geschwindigkeit durch die Nacht und waren nicht mehr weit von ihrem Ziel entfernt, doch Karin und Simon löcherten ihre Mitbewohnerin noch immer mit Fragen; ihr Wissensdurst war unersättlich.
„Je mehr du erzählst, desto mehr Fragen kommen bei mir auf. Es gibt so viele Ungereimtheiten dabei, ich weiß wirklich nicht, was ich davon halten soll“, sagte Simon gerade.
„Es muss für euch sehr unbefriedigend sein, das kann ich mir gut vorstellen.“ TSR 3012 beobachtete nebenbei die Bahnen der Positionslichter am Himmel, die die Flugzeuge bei Start und Landung kennzeichneten.
Karin bemerkte gedankenversunken: „Und die Sache mit seinem großen Bruder, der mich als Kind beinahe angefahren hätte? Was ist, wenn er gar keinen großen Bruder hat, sondern das nur Teil der Tarnung ist? Das würde für mich persönlich eine Menge Fragen aufwerfen.“
„Ich weiß nicht so viel darüber, aber er hat in der Tat sogar mehrere große Brüder. Du kannst dir denken, dass ich nicht mehr darüber verraten darf.“ TSR 3012 presste die Lippen aufeinander. Höchst bedauerlich, diese Situation.
Natürlich hatte sie mit ‚großen Brüdern’ die Millionen von metallenen, gepanzerten Kampfchassis gemeint. Genau wie CSM 108-1 versuchte sie so wenig wie möglich zu lügen, sondern versteckte sich statt dessen hinter Halbwahrheiten. Alles von dem, was sie bisher angedeutet hatte, beinhaltete wenigstens einen Funken Wahrheit, von ihrer Sichtweise aus.
„Aber wie soll es jetzt weitergehen? Was wird aus unserem Leben? Ich meine, wir sind mitten im Studium und haben einen geordneten Alltag. Müssen wir das alles jetzt aufgeben?“ Simon sah sie gespannt an.
„Das hoffe ich nicht. Jedenfalls müssen wir in die USA, bis ich Daniel erreicht habe und er sich uns anschließen kann. Vorher ist es für euch hier in Europa prinzipiell nirgends sicher. Ich glaube nicht, dass unser Gegner die Möglichkeit hat, uns so schnell beim Transfer nach Amerika ausfindig zu machen und wenn doch, wird er nicht unbedingt die Mittel haben, uns gleich zu folgen, geschweige denn uns in den Staaten ausfindig zu machen. Nur dort seid ihr momentan sicher.
Ich werde euch in Daniels Apartment in Chelsea unterbringen, das liegt in Downtown Manhattan, aber in relativ ruhiger und sicherer Lage. Ihr werdet euch für ein paar Tage als normale Touristen die Stadt ansehen können, aber bleibt unbedingt ständig zusammen. Leider ist Daniel an seinem Aufenthaltsort mit großer Wahrscheinlichkeit nicht ohne weiteres erreichbar, daher muss ich selbst hin und ihn abholen. Wir haben nur sehr wenige Mitarbeiter im Außendienst für solche Missionen, weshalb es so gut wie sicher ist, dass er uns als Verstärkung zurück nach Deutschland begleiten wird.“ TSR 3012 sah in der Ferne das große blaue Rechteck, das den Flughafen Frankfurt/Main ankündigte, worauf sie das Tempo unter 200 km/h absacken ließ und langsam von der vierten auf die dritte Fahrspur wechselte. Die Autobahn war angesichts der späten Stunde bis auf ein paar Lastwagen auf der rechten Spur und einzelnen PKW verwaist. Sie näherten sich dem Frankfurter Kreuz, der wahrscheinlich größten Autobahnkreuzung Europas mit dem höchsten Verkehrsaufkommen. Durch den Neubau der ICE-Trasse Frankfurt-Köln genau unter dem Kreuz hindurch und der Sanierung des Verkehrsknotenpunktes war das gesamte Gebiet eine einzige große Baustelle, was bereits durch erste Tempolimitierungen und Warnschilder angezeigt wurde. Vor ihnen waren die ersten Fahrbahnsperrungen und -verengungen schon erkennbar, worauf TSR 3012 die Geschwindigkeit weiter reduzierte und sich rechts hielt, da sie bald in Richtung Köln abbiegen musste, wenn sie zum Flughafen gelangen wollte.
Simon musterte sie bewundernd und meinte leise: „Ich sehe dich plötzlich in einem ganz anderen Licht, Abbey. Vor zwölf Stunden noch warst du eine ganz normale Austauschstudentin und jetzt bist du auf einmal eine von Charlies Engeln. Das ist ziemlich verrückt, weißt du?“
„Dir wird noch einiges komisch vorkommen, bis das hier ausgestanden ist. Manches wie aus einem verrückten Science-Fiction-Abenteuer. Wenn ich dir nur mehr erzählen könnte ... aber ich kann es einfach nicht. Es wäre nur zu deinem Nachteil. Und glauben würdest du es auch nicht, solange du es nicht mit eigenen Augen gesehen hättest. Alles, was ich euch beiden im Moment versprechen kann, ist, dass ich euch unter Einsatz meines ... Lebens beschützen werde. Das ist meine Mission, auch wenn sie vielleicht schon hinfällig sein mag. Sobald ich mich mit Daniel getroffen habe, werden wir die Lage gemeinsam neu bewerten und entscheiden, wie wir weiter vorgehen.“ TSR 3012 hatte in der Tat etwas vor, was vor ihr noch kein Terminator gewagt hatte und auch nie alleine durchführen können würde.
Das war ein weiterer Grund, weshalb CSM 108-1 so unverzichtbar für sie war. Da sie über dieselbe CPU wie er verfügte, war die Chance groß, dass er ihre Ansicht teilen und ihr dabei helfen würde. Wenn er wollte, würde sie sich bei ihm auf dieselbe Weise revanchieren.
Und sie war sich sicher, dass er es auch wollen würde, sobald sie ihn über das, was geschehen war, informieren würde. Für sie beide konnten sich ungeahnte Perspektiven ergeben, wenn sie diesen ungeheuren Schritt in ihrer Existenz wagen würden.
[Fortsetzung folgt ...]
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