Montag, 19. Februar 2007
T1.75 - KAPITEL 15
cymep, 11:13h
[... Fortsetzung des Buches]
- 15 -
Freiburg im Breisgau, Deutschland - 11. September 1997
Gelassen stand CSM 108-1 am nördlichen Ende der an diesem Donnerstagmorgen recht belebten Kaiser-Joseph-Straße auf dem von der Weberstraße entfernten Bürgersteig und spähte umher, als warte er hier auf jemanden. Er trug eine weiße Basketballmütze, eine schwarze Jogginganzugjacke und blaue Cordhosen über weißen Nike-Basketballstiefeln. Dieser Aufzug veränderte sein Aussehen gegenüber seinen bisherigen Kleidungsgewohnheiten völlig. Wahrscheinlich wäre sogar einer seiner engeren Kommilitonen nach seiner halbjährigen Abwesenheit hier auf der Straße direkt an ihm vorbeigelaufen, ohne ihn zu erkennen.
Irgendwie war es eine faszinierende Erfahrung für ihn, nach einem halben Jahr Abwesenheit und in der absoluten Gewissheit, nie wieder hierher zu kommen, wieder in der Stadt zu sein, die eine so lange Zeit sein alleiniger Aufenthaltsort gewesen war. Es musste so etwas wie Wiedersehensfreude sein, was er empfand.
Nachdem er sich vergewissert hatte, dass direkt in der Straße niemand Verdächtiges zu sehen war, überquerte er gemächlich die Straßenbahngeleise und die zwei kleinen hier allgegenwärtigen Bächlein, um langsam in die Straße einzubiegen. Er passierte ihren Hauseingang, ohne seine Schritte zu verlangsamen oder hinzusehen, und gelangte am anderen Ende der kurzen Häuserzeile auf den Friedrichring, wo ein randvoller Parkplatz einen Einschnitt in den Ring machte.
Auch in den umliegenden Häusern war ihm nichts aufgefallen, was auf potenzielle Beschattungstätigkeit hinweisen könnte. Er verweilte noch eine längere Weile hinter einem Deckung bietenden Kleinbus auf dem Parkplatz und beobachtete auch die andere Eingangsseite der Straße. Keine Aktivität zu verzeichnen, die auf eine Präsenz von feindlichen Kräften hindeuten würde. Darauf machte er sich auf zum nahen Novotel, wo er sich mit Hilfe der T-1000-Kreditkarte mit deren Dietrichfunktion Zugang zum Dach des achtstöckigen Baus verschaffte. Er beachtete die kühle Brise, die hier oben weit über den Dächern von Freiburg wehte, überhaupt nicht, sondern zog die Zugangsluke zum Aufzugsschacht hinter sich wieder zu.
Die nächsten anderthalb Stunden verbrachte er damit, von dieser strategisch äußerst günstigen Position das nähere Umfeld ihrer Wohnung, die gesamte Straße und die benachbarten Häuserzeilen eingehend zu überwachen. In regelmäßigen Abständen zoomte seine Optik auf die umliegenden Fenster in den gegenüberliegenden Häusern ein und prüfte so im Turnus, ob irgendwo in der Nachbarschaft verdächtige Aktivitäten zu verzeichnen waren. Die Mittagszeit verstrich, der Menschenstrom auf den Straßen unter ihm ebbte langsam wieder ab.
Der große Vorteil eines Terminators ist, dass er keine Ungeduld verspüren kann. Wenn er weiß, dass zur Erledigung einer Aufgabe eine gewisse Zeit vonnöten ist, dann kann er nahezu unbegrenzt warten, wenn es sein muss. Die verstreichende Zeit ist für ihn nur ein weiterer Parameter bei seinen Aufzeichnungen und Beobachtungen, beim Sammeln und Verwerten von Daten. Auch CSM 108-1 hatte diese nützliche Eigenschaft trotz aller Weiterentwicklungen seiner Entität nicht verloren, er konnte noch immer ganz professionell agieren und reagieren, wenn es für ihn von Nutzen war.
Als für ihn feststand, dass die Wohnung zumindest nicht permanent überwacht wurde, verließ er seinen Spähposten und beschloss einen direkten Vorstoß unter Beachtung aller gebotenen Vorsicht. Er konnte nicht wissen, wozu die Résistance fähig sein mochte, von der Schusswaffe hatten sie ja schon Gebrauch gemacht, wie er erfahren hatte. Deshalb würde er auf alles achten müssen, was auf eine mögliche Falle oder einen Hinterhalt deuten konnte.
Die Haustür war erwartungsgemäß unversehrt, da eine sichtbare Manipulation an ihr sofort anderen Bewohnern aufgefallen wäre. Langsam ging er die Treppen bis zu ihrem Stockwerk hinauf und hielt eine Sekunde vor ihrer Wohnungstür inne. Das Schloss wies keine erkennbaren Spuren eines Unbefugten auf. Nun, das musste nichts bedeuten, Dietriche waren relativ einfach zu beschaffen oder gar selbst herzustellen. Er hatte keine Zweifel, dass es auch für derlei Arbeiten jemanden unter den Rebellen gab, der das nötige Geschick hierfür aufwies.
CSM 108-1 lauschte angestrengt, konnte aber keine akustischen Signale aus dem Inneren der Wohnung empfangen. Ohne weiteres Zögern holte er die Kreditkarte hervor und ließ das polymimetische Material wieder einmal seine Arbeit machen. Theoretisch hätte er auch einen der Wohnungsschlüssel der anderen mitnehmen können, doch vom Aufmerksamkeitswert seiner Kreditkarte aus der Zukunft abgesehen, erfüllte diese die Aufgabe eines Schlüssels zu einhundert Prozent genauso gut. Beinahe geräuschlos öffnete er und schlüpfte hinein in den Flur. Er spreizte die Beine und setzte seine Füße nur direkt neben der Flurwand auf, wo die Dielen des Holzbodens nicht unter seinem Gewicht knarrten. Intensiv forschte er mit sämtlichen Sensoren und spürte auch sogleich ein Abhörgerät auf, das eine schwache, aber typische Signatur abstrahlte. Es war im Hörer des Telefons platziert – einfallslos. Er schlich in die Küche und holte ein Messer, immer darauf bedacht, kein Geräusch zu verursachen und unter dem Schwellenwert des Schallpegels zu bleiben, bei dem die Wanze aktiviert werden würde.
Wieder beim Telefon, schob er das Messer mit der flachen Seite der Klinge unter die Hörmuschel und hielt den dortigen Knopf heruntergedrückt, damit das Freizeichen beim Abheben des Hörers nicht aktiviert wurde und seine Anwesenheit verriet.
Als er die Sprechmuschel des Hörers vorsichtig abschraubte und damit die winzige Abhöreinheit freilegte, kam ihm eine Idee, wie er weitere Verwirrung unter ihren Feinden schaffen konnte. Denn je länger er sich alle in der Vergangenheit gesammelten Daten zurechtlegte und diese neu bewertete und abwog, desto größer war für ihn die Wahrscheinlichkeit, dass jemand aus ihrem engsten Bekanntenkreis zu der Résistance gehören musste. Anders konnte er sich die kurze Zeitspanne von Karins und Simons Identifikation als Ziele und dem Eintreffen des „Caretaker-Kommitees“ nicht logisch erklären.
CSM 108-1 entfernte behutsam die Wanze und legte sie in der Küche in eine Tasse, die er mit zerknülltem Küchenpapier füllte. Die Tasse kam in ein Tupperware-Gefäß und dieses wurde von ihm luftdicht verschlossen. Das Ganze wurde in einen der Küchenschränke gestellt und dieser geschlossen, womit die Wanze gedämpft genug sein würde, um nichts mehr von dem aufzufangen, was nun von sich gehen würde.
Dann vergewisserte er sich gründlichst, dass keine weiteren Abhörgeräte mehr in der Wohnung versteckt waren und auch keine der Fensterscheiben mit einem Laserstrahl angepeilt wurde, um über die Schallschwingungen der Scheibe abzuhören, was im Inneren vor sich ging.
Er machte sich an sein Werk, das zu seiner vollsten Zufriedenheit gelang. Anschließend untersuchte er seinen PC und die Telefonbuchse auf weitere elektronische Fallen und fuhr dann den Computer hoch, um übers Internet einen weiteren EDV-gestützten Hinweis über Karins und Simons Aufenthalt in Honolulu zu deponieren. Er entschied sich für die Rechnung in einem Motel des AAA-Standards – eine Art US-amerikanischer ADAC mit angeschlossener Bewertungsinstitution für Motels – für eine Übernachtung, die sie mit Simons Kreditkarte beglichen hatten. Sämtliche Spuren seiner Manipulationen verwischte er einhundertprozentig. Dann, als sei es ihm erst jetzt eingefallen, klinkte er sich in den Hauptrechner des Landeskriminalamtes ein und sah nach dem neuesten Stand über den Mordfall ‚Uni-Café’. Er war als ungelöst abgelegt, was CSM 108-1 zum Anlaß nahm, um einen Großteil der Dateien, die in dem Verzeichnis enthalten waren, das auch ‚seinen’ Fall beinhaltete, mittels eines Virus zu zerstören. Er löschte unter anderem sämtliche Phantomzeichnungen der möglichen Täter, griff aber auch weniger spezifiziert Hunderte oder gar Tausende anderer Täterkarteien an, was es der Behörde später nahezu unmöglich machen würde, eine genaue Absicht oder den Zweck dieses Schadens auch nur im Ansatz aufzuklären.
Nach getaner Arbeit platzierte er die Wanze wieder an ihrem ursprünglichen Ort und zog sich geräuschlos aus der Wohnung zurück.
Draußen auf dem Gang richtete sich sein Blick auf die Treppe zum Dachboden. Ob sie wohl ...?
Er hoffte inständig, dass das nicht der Fall wäre.
Beinahe erleichtert fand er seine Waffenkiste verschlossen und unangetastet vor. Gut, darauf waren sie nicht gekommen, da sie ja nichts von der Existenz seines Arsenals hatten ahnen können. Nichts an der großen Metalltruhe wies auf seinen Besitzer oder Inhalt hin. Allein schon das Gewicht der Kiste hätte einen etwaigen Diebstahl auch wirksam verhindert, denn es würde mindestens drei Männer brauchen, um sie wegzuschleppen.
CSM 108-1 verließ den Ort des Geschehens und machte sich auf den Rückweg ins Elsass, wo die anderen auf seinen Bericht warten würden.
[Fortsetzung folgt ...]
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Freiburg im Breisgau, Deutschland - 11. September 1997
Gelassen stand CSM 108-1 am nördlichen Ende der an diesem Donnerstagmorgen recht belebten Kaiser-Joseph-Straße auf dem von der Weberstraße entfernten Bürgersteig und spähte umher, als warte er hier auf jemanden. Er trug eine weiße Basketballmütze, eine schwarze Jogginganzugjacke und blaue Cordhosen über weißen Nike-Basketballstiefeln. Dieser Aufzug veränderte sein Aussehen gegenüber seinen bisherigen Kleidungsgewohnheiten völlig. Wahrscheinlich wäre sogar einer seiner engeren Kommilitonen nach seiner halbjährigen Abwesenheit hier auf der Straße direkt an ihm vorbeigelaufen, ohne ihn zu erkennen.
Irgendwie war es eine faszinierende Erfahrung für ihn, nach einem halben Jahr Abwesenheit und in der absoluten Gewissheit, nie wieder hierher zu kommen, wieder in der Stadt zu sein, die eine so lange Zeit sein alleiniger Aufenthaltsort gewesen war. Es musste so etwas wie Wiedersehensfreude sein, was er empfand.
Nachdem er sich vergewissert hatte, dass direkt in der Straße niemand Verdächtiges zu sehen war, überquerte er gemächlich die Straßenbahngeleise und die zwei kleinen hier allgegenwärtigen Bächlein, um langsam in die Straße einzubiegen. Er passierte ihren Hauseingang, ohne seine Schritte zu verlangsamen oder hinzusehen, und gelangte am anderen Ende der kurzen Häuserzeile auf den Friedrichring, wo ein randvoller Parkplatz einen Einschnitt in den Ring machte.
Auch in den umliegenden Häusern war ihm nichts aufgefallen, was auf potenzielle Beschattungstätigkeit hinweisen könnte. Er verweilte noch eine längere Weile hinter einem Deckung bietenden Kleinbus auf dem Parkplatz und beobachtete auch die andere Eingangsseite der Straße. Keine Aktivität zu verzeichnen, die auf eine Präsenz von feindlichen Kräften hindeuten würde. Darauf machte er sich auf zum nahen Novotel, wo er sich mit Hilfe der T-1000-Kreditkarte mit deren Dietrichfunktion Zugang zum Dach des achtstöckigen Baus verschaffte. Er beachtete die kühle Brise, die hier oben weit über den Dächern von Freiburg wehte, überhaupt nicht, sondern zog die Zugangsluke zum Aufzugsschacht hinter sich wieder zu.
Die nächsten anderthalb Stunden verbrachte er damit, von dieser strategisch äußerst günstigen Position das nähere Umfeld ihrer Wohnung, die gesamte Straße und die benachbarten Häuserzeilen eingehend zu überwachen. In regelmäßigen Abständen zoomte seine Optik auf die umliegenden Fenster in den gegenüberliegenden Häusern ein und prüfte so im Turnus, ob irgendwo in der Nachbarschaft verdächtige Aktivitäten zu verzeichnen waren. Die Mittagszeit verstrich, der Menschenstrom auf den Straßen unter ihm ebbte langsam wieder ab.
Der große Vorteil eines Terminators ist, dass er keine Ungeduld verspüren kann. Wenn er weiß, dass zur Erledigung einer Aufgabe eine gewisse Zeit vonnöten ist, dann kann er nahezu unbegrenzt warten, wenn es sein muss. Die verstreichende Zeit ist für ihn nur ein weiterer Parameter bei seinen Aufzeichnungen und Beobachtungen, beim Sammeln und Verwerten von Daten. Auch CSM 108-1 hatte diese nützliche Eigenschaft trotz aller Weiterentwicklungen seiner Entität nicht verloren, er konnte noch immer ganz professionell agieren und reagieren, wenn es für ihn von Nutzen war.
Als für ihn feststand, dass die Wohnung zumindest nicht permanent überwacht wurde, verließ er seinen Spähposten und beschloss einen direkten Vorstoß unter Beachtung aller gebotenen Vorsicht. Er konnte nicht wissen, wozu die Résistance fähig sein mochte, von der Schusswaffe hatten sie ja schon Gebrauch gemacht, wie er erfahren hatte. Deshalb würde er auf alles achten müssen, was auf eine mögliche Falle oder einen Hinterhalt deuten konnte.
Die Haustür war erwartungsgemäß unversehrt, da eine sichtbare Manipulation an ihr sofort anderen Bewohnern aufgefallen wäre. Langsam ging er die Treppen bis zu ihrem Stockwerk hinauf und hielt eine Sekunde vor ihrer Wohnungstür inne. Das Schloss wies keine erkennbaren Spuren eines Unbefugten auf. Nun, das musste nichts bedeuten, Dietriche waren relativ einfach zu beschaffen oder gar selbst herzustellen. Er hatte keine Zweifel, dass es auch für derlei Arbeiten jemanden unter den Rebellen gab, der das nötige Geschick hierfür aufwies.
CSM 108-1 lauschte angestrengt, konnte aber keine akustischen Signale aus dem Inneren der Wohnung empfangen. Ohne weiteres Zögern holte er die Kreditkarte hervor und ließ das polymimetische Material wieder einmal seine Arbeit machen. Theoretisch hätte er auch einen der Wohnungsschlüssel der anderen mitnehmen können, doch vom Aufmerksamkeitswert seiner Kreditkarte aus der Zukunft abgesehen, erfüllte diese die Aufgabe eines Schlüssels zu einhundert Prozent genauso gut. Beinahe geräuschlos öffnete er und schlüpfte hinein in den Flur. Er spreizte die Beine und setzte seine Füße nur direkt neben der Flurwand auf, wo die Dielen des Holzbodens nicht unter seinem Gewicht knarrten. Intensiv forschte er mit sämtlichen Sensoren und spürte auch sogleich ein Abhörgerät auf, das eine schwache, aber typische Signatur abstrahlte. Es war im Hörer des Telefons platziert – einfallslos. Er schlich in die Küche und holte ein Messer, immer darauf bedacht, kein Geräusch zu verursachen und unter dem Schwellenwert des Schallpegels zu bleiben, bei dem die Wanze aktiviert werden würde.
Wieder beim Telefon, schob er das Messer mit der flachen Seite der Klinge unter die Hörmuschel und hielt den dortigen Knopf heruntergedrückt, damit das Freizeichen beim Abheben des Hörers nicht aktiviert wurde und seine Anwesenheit verriet.
Als er die Sprechmuschel des Hörers vorsichtig abschraubte und damit die winzige Abhöreinheit freilegte, kam ihm eine Idee, wie er weitere Verwirrung unter ihren Feinden schaffen konnte. Denn je länger er sich alle in der Vergangenheit gesammelten Daten zurechtlegte und diese neu bewertete und abwog, desto größer war für ihn die Wahrscheinlichkeit, dass jemand aus ihrem engsten Bekanntenkreis zu der Résistance gehören musste. Anders konnte er sich die kurze Zeitspanne von Karins und Simons Identifikation als Ziele und dem Eintreffen des „Caretaker-Kommitees“ nicht logisch erklären.
CSM 108-1 entfernte behutsam die Wanze und legte sie in der Küche in eine Tasse, die er mit zerknülltem Küchenpapier füllte. Die Tasse kam in ein Tupperware-Gefäß und dieses wurde von ihm luftdicht verschlossen. Das Ganze wurde in einen der Küchenschränke gestellt und dieser geschlossen, womit die Wanze gedämpft genug sein würde, um nichts mehr von dem aufzufangen, was nun von sich gehen würde.
Dann vergewisserte er sich gründlichst, dass keine weiteren Abhörgeräte mehr in der Wohnung versteckt waren und auch keine der Fensterscheiben mit einem Laserstrahl angepeilt wurde, um über die Schallschwingungen der Scheibe abzuhören, was im Inneren vor sich ging.
Er machte sich an sein Werk, das zu seiner vollsten Zufriedenheit gelang. Anschließend untersuchte er seinen PC und die Telefonbuchse auf weitere elektronische Fallen und fuhr dann den Computer hoch, um übers Internet einen weiteren EDV-gestützten Hinweis über Karins und Simons Aufenthalt in Honolulu zu deponieren. Er entschied sich für die Rechnung in einem Motel des AAA-Standards – eine Art US-amerikanischer ADAC mit angeschlossener Bewertungsinstitution für Motels – für eine Übernachtung, die sie mit Simons Kreditkarte beglichen hatten. Sämtliche Spuren seiner Manipulationen verwischte er einhundertprozentig. Dann, als sei es ihm erst jetzt eingefallen, klinkte er sich in den Hauptrechner des Landeskriminalamtes ein und sah nach dem neuesten Stand über den Mordfall ‚Uni-Café’. Er war als ungelöst abgelegt, was CSM 108-1 zum Anlaß nahm, um einen Großteil der Dateien, die in dem Verzeichnis enthalten waren, das auch ‚seinen’ Fall beinhaltete, mittels eines Virus zu zerstören. Er löschte unter anderem sämtliche Phantomzeichnungen der möglichen Täter, griff aber auch weniger spezifiziert Hunderte oder gar Tausende anderer Täterkarteien an, was es der Behörde später nahezu unmöglich machen würde, eine genaue Absicht oder den Zweck dieses Schadens auch nur im Ansatz aufzuklären.
Nach getaner Arbeit platzierte er die Wanze wieder an ihrem ursprünglichen Ort und zog sich geräuschlos aus der Wohnung zurück.
Draußen auf dem Gang richtete sich sein Blick auf die Treppe zum Dachboden. Ob sie wohl ...?
Er hoffte inständig, dass das nicht der Fall wäre.
Beinahe erleichtert fand er seine Waffenkiste verschlossen und unangetastet vor. Gut, darauf waren sie nicht gekommen, da sie ja nichts von der Existenz seines Arsenals hatten ahnen können. Nichts an der großen Metalltruhe wies auf seinen Besitzer oder Inhalt hin. Allein schon das Gewicht der Kiste hätte einen etwaigen Diebstahl auch wirksam verhindert, denn es würde mindestens drei Männer brauchen, um sie wegzuschleppen.
CSM 108-1 verließ den Ort des Geschehens und machte sich auf den Rückweg ins Elsass, wo die anderen auf seinen Bericht warten würden.
[Fortsetzung folgt ...]
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