Dienstag, 24. Oktober 2006
2-> Captain Kyle Lennard's #1: Stefania Leardini
[Fortsetzung von gestern...]

Amüsiert sah Lennard ihr nach. „Sie hatte es plötzlich recht eilig. Ob Ihre Feststellung ihr unangenehm war?“
Leardini grinste hemmungslos, jetzt da sie unter sich waren. „Sie ist eine Vulcanierin, Kyle. Wie kann ihr da etwas unangenehm sein?“
„Um genau das herauszufinden, versuchen Sie so einiges. Ist es nicht so, Stefania?“
„Nur lässt sich Chefingenieurin Nidor noch etwas schneller aus der Reserve locken, wenn man bei dieser Spezies überhaupt davon reden kann.“
Lennard lachte laut auf und befahl dann mit gespieltem Ernst: „Computer, Eintrag ins Logbuch.“
Nach einem Sekundenbruchteil Verzögerung meldete sich eine weiche, weibliche Synthetik-stimme: „Aufzeichnung läuft.“
„Hiermit untersage ich der Ersten Offizierin Commander Stefania Nina Leardini, vulcanische Besatzungsmitglieder im allgemeinen und Brückenoffiziere im besonderen in Bezug auf ihre Abstammung und der daraus resultierenden Unfähigkeit, Emotionen zu generieren, zu ärgern.“
Mit Genugtuung beobachtete er, wie die dunklen Augen der ‘Nummer Eins’ immer größer wurden und fügte schmunzelnd hinzu: „Zuwiderhandlungen werden dem Captain unverzüglich angezeigt. Das Strafmass wird vom Captain persönlich festgelegt und vollstreckt.“
Bei seinen letzten Worten ließ er seine Augenbrauen kurz emporzucken, was seiner Aussage einen anzüglichen Charakter verlieh. Prompt lief Leardinis Gesicht rot an vor Scham.
„Captain, wenn dieser Eintrag Dritten bekannt wird, was müssen die nur denken?“
Lennard lachte erneut. „Keine Angst, das wird nicht nach aussen dringen; ich habe nämlich herausgefunden, daß alle Logbucheinträge, die in der gedockten Konfiguration vorgenommen werden, vom Hauptcomputer gelöscht werden, sobald das Schiff den normalen Flugmodus wieder aufnimmt. Ob das ein Programmierfehler ist oder Absicht, weiß ich nicht, aber das ist ja auch irrelevant. Man sollte das Logbuch ohnehin nur während des Fluges benutzen.“
Schmollend sagte sie: „Sie haben mich ‘reingelegt.“
„Weil Sie es verdient hatten.“
Plötzlich machte sich ein fragender Ausdruck auf ihrem Gesicht breit, als ihr etwas aufging. “Woher kennen Sie eigentlich meinen zweiten Vornamen, Kyle?“
Nun war es an Lennard, sich ertappt zu fühlen: „Oh, naja, der steht in Ihrer Personalakte. Sie wissen doch, der Captain muß alle Akten über seine Offiziere lesen.“
„Und da haben Sie sich sogar das gemerkt?“ wollte sie skeptisch wissen.
Ausweichend bemerkte er: „So eine Art Hobby, eine dumme Angewohnheit von mir.“
Leardini lächelte wissend. „Ah, verstehe... dann können Sie mir sicher auch den zweiten Vor-namen von Bordarzt Stern nennen; es ist schliesslich allgemein bekannt, daß Sie die besten Freunde sind.“
„Also gut, ich passe. Sie haben mich eiskalt erwischt.“ In einer kapitulierenden Geste hob er seine Hände empor.
Mit zuckersüßem Lächeln und kokettem Augenaufschlag säuselte sie darauf: „Oh, Kyle, schwärmen Sie etwa für mich?“
„Erzählen Sie’s aber nicht weiter, sonst bin ich bald mein Kommando los.“
„Wie immer sind Sie so erfrischend ehrlich zu mir.“
„Ja, ich stecke voller guter Eigenschaften, die nur darauf warten, von einer Frau entdeckt zu werden.“ Er schwieg eine Sekunde und sagte dann unvermittelt: „Na, wie sieht’s aus, Stefania, haben Sie für heute Abend schon etwas vor? Wenn nicht, könnten wir ja auf die Station zum Abendessen gehen. Ich kenne da ein romantisches Restaurant mit Kerzenlicht...“
Sie machte seine Alberei mit und holte seufzend Luft. „Ich dachte schon, Sie würden mich nie fragen. Ist es Ihnen recht, wenn ich zu unserem ersten Rendezvous das traditionelle ‘kleine Schwarze’ trage?“
Lennard verdrehte die Augen und entgegnete: „Nur zu, wenn Sie für Gesprächsstoff sorgen wollen. Der Besatzung käme es sicher gelegen, den Trott unserer Missionen mit Gerüchten über eine Beziehung zwischen uns ein wenig zu würzen.“
„Gut, bis später also.“ Mit einem vielversprechenden Lächeln über die Schulter verabschiedete sie sich und ließ ihren Vorgesetzten grübelnd zurück. Manchmal kam es ihm so vor, als ob keiner von ihnen beiden mehr wußte, was Spaß und was Ernst war bei ihren ständigen Frozzeleien über dieses pikante Thema.
Als Lennard das dümmliche Grinsen des Bordarztes David Stern bei dessen Eintreten sah, wusste er bereits, was ihm nun bevorstand; er wünschte sich, er hätte seinen guten Freund an diesem Morgen nicht eingelassen.
Prompt begann Stern: „Und, wie soll es jetzt weitergehen mit euch?“
Verzweifelt entgegnete Lennard: „Hör zu, als ich sie ganz zwanglos zum Dinner einlud, konnte ich doch nicht ahnen, daß sie ihre Drohung wahr macht und tatsächlich im schwarzen Minikleid auftaucht. Damit wollte sie mich nur ärgern.“
„Und das nennst du eine Drohung?“ Stern blies theatralisch die Backen auf. „Ich war zwar nie ein As in Anatomie, aber daß bei dieser Frau alles vorhanden ist, und zwar an genau den richtigen Stellen und reichlich, konnte man gut genug erkennen.“
„Stimmt schon“, gab Lennard widerwillig zu, „sie ist eine...nun, sehr attraktive Frau, aber zwischen uns ist wirklich nichts...gewesen.“
„Aber was nicht ist, kann ja noch werden, oder?“ hakte sein Gegenüber nach.
Lennards Miene wurde sehr ernst. „Wir kennen uns jetzt immerhin seit fast fünf Jahren, seit dem Tag der Indienststellung der Aldebaran. Meiner Meinung nach arbeiten wir sehr gut zu-sammen und harmonieren als befehlshabende Offiziere ganz ordentlich.“
“Hm...und eure private Beziehung zueinander?“
„Bist du seit neuestem die Counselor?“ erwiderte der Captain gereizt, fing sich jedoch schnell wieder. „Okay, wir haben eine wirklich gute Freundschaft in dieser Zeit aufgebaut und sind uns ziemlich vertraut geworden. Wie du weißt, spielen wir regelmäßig Squash und gehen außerdem zusammen auf dem Holodeck joggen, übrigens meistens in Italien oder Neuseeland. Was ist daran so schlimm?“
Nachdenklich meinte Stern: „Du hörst dich fast so an, als hättest du Angst vor einer Beziehung mit ihr.“
„Herrgott, das würde doch nie gutgehen! Starfleet würde das nicht dulden und einen von uns versetzen. Ich habe Stefania lieber als gute Freundin in meiner Nähe als...“ Seine Stimme wurde leise, als er betrübt zu Boden sah. „...als sie zu verlieren.“
Nachdenklich starrte Stern ins Leere. Vielleicht ist es doch ernster, als ich zuerst dachte. Willst du nicht doch lieber mit Counselor Kall darüber reden?“
„Ich weiß nicht...“
Plötzlich grinste der Arzt wieder und meinte: „Komm’ schon, die Aldebaran ist ansonsten auch immer das Stiefkind der Galaxy-Flotte gewesen, da kann das Oberkommando ruhig auch ‘mal ein Auge zudrücken. Was sollt ihr denn auch sonst machen bei all den öden Missionen, die wir bisher geflogen sind?“
Lennard verzog gequält das Gesicht. „Du bist mir ein schöner Freund. Mußt du jetzt auch noch mein Enterprise-Syndrom schüren?“
„Ich weiß, es ist hart, als Captain eines Galaxy-Schiffes immer im Schatten der legendären Enterprise zu stehen; dieser verflixte Name scheint den Ruhm und die Abenteuer geradezu magisch anzuziehen.“
„Und das schon seit jeher“, fügte Lennard leicht resigniert hinzu. „Naja, immerhin sind wir eines von nur drei Schiffen in der gesamten Sternenflotte, die nach einem Stern getauft sind.“
„Das ist doch auch was. Na, mach’ dir nichts daraus,“ wurde er getröstet, „die gesamte Mannschaft lechzt seit geraumer Zeit in beängstigender Weise danach, daß uns irgendwann einmal etwas Aufregendes passiert. Ich kann dir also versichern, du stellst durchaus kein Einzelschicksal dar.“
„Das nützt mir herzlich wenig, wenn die Crew unvernünftig wird, nur um etwas zu erleben.“ Lennard hielt inne und fragte ganz unvermittelt: „Sag’ mal, David, wie ist eigentlich dein zweiter Vorname?“
„Wie kommst du denn plötzlich darauf?“ wollte Stern verblüfft wissen. „Ich bin mit meinem Namen schon genug gestraft, da kann ich so etwas wirklich nicht gebrauchen.“
„Hab’ ich es doch geahnt,“ entfuhr es Lennard, „sie hat mich ausgetrickst! Wenn ich ...“
Der Computer unterbrach ihn sanft, aber bestimmt: „Captain Lennard, der kommandierende Offizier der Werften für Sie.“
Sofort kehrte der formale Ernst in seine Miene zurück. „Auf den Schirm.“

[Fortsetzung folgt morgen...]

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Montag, 23. Oktober 2006
ST1.1 : Star Trek - U.S.S. Aldebaran (NCC - 1912)
- 1 -
Sternzeit 48974,2
„Brücke Aldebaran an Kontrolle Antares-Werft. Andockmanöver beendet. Verbindungen fixiert und gedockte Konfiguration bestätigt.“
„Verstanden, Aldebaran. Viel Vergnügen beim dreitägigen Landurlaub.“
Die Brückenbesatzung sah erwartungsvoll zum Captain, was dieser mit der Bemerkung quittierte: „Ladies and Gentlemen, Sie haben es gehört. Ich möchte mich diesem Wunsch anschließen.“
Nach einem spontanen Applaus, welcher jedoch zugunsten eines schnelleren Wegtretens der Offiziere recht kurz ausfiel, leerte sich die Hauptbrücke schnell.
Jedoch nicht ganz. Drei Personen blieben noch und sahen auf dem großen Bildschirm hinaus, wo im Vakuum des Weltalls an einem Dockgerüst an einem Raumschiff gearbeitet wurde. Die Ausmasse der elliptischen Untertasse, die stromlinienförmig in den flachen Rumpf und die wuchtigen, seitlich zurückgesetzten Pylonen der Warpantriebsgondeln überging, boten auch noch aus dieser Entfernung einen überwältigenden Anblick; auch wenn viele Teile der Konstruktion noch von Gerüsten umhüllt waren, konnte man doch schon die Form erahnen, die dort am Entstehen war - und ebenso die zahlreichen Neuerungen, die in den bestehenden Entwurf mit einflossen.
„Das wird keine normale Galaxy-Klasse werden. Sehen Sie den dritten Warppylonen, den sie auf den Rücken der Maschinenhülle aufpflanzen? Und die zusätzlichen kleinen Hüllen auf den Pylonen?“ Captain Kyle Lennard, mit Ende Dreißig seit seinem ersten Tag auf der Aldebaran der jüngste Mensch, der jemals ein Föderationsschiff der Galaxy-Klasse befehligt hatte, war ein besonnener, fast schon bescheidener Mann mit einer unerschütterlichen Gelassenheit, was ihn für die Mannschaft sowohl sympathisch als auch geeignet für seinen Posten sein ließ. Er war hager, dünn und sehnig und einer der wenigen Menschen an Bord, die beinahe an die zwei Meter Körpergrösse und mehr herankamen, welche die Klingonen und Vulcanier ihrer Mannschaft üblicherweise besassen. Ein Ausdruck der Bewunderung stand auf seinem markanten, kantigen Gesicht mit den freundlichen grüngrauen Augen, während er das Schauspiel vor ihnen betrachtete.
Die vulcanische Steueroffizierin Gora Vakuf bemerkte sachlich: „Nach dem, was ich bisher gehört habe, befinden sich in diesen länglichen Aufsätzen zusätzliche Antriebssätze. Diese sollen ein schwächeres Warpfeld außerhalb des eigentlichen Antriebsfeldes bilden und letzteres einhüllen, wodurch bei korrekter sequentieller Zündfolge der inneren und äußeren Warpfeldspulen ein stark kumulativer Effekt auftritt und... nun, vielleicht sollte ich es ver-einfacht ausdrücken. Die Warpphysik hat in den letzten Jahren enorme Fortschritte gemacht. Dieses neue Schiff wird wohl zunächst als Erprobungsträger dienen, bevor es in den aktiven Dienst übernommen werden wird. Mit seinem neuen Antrieb werden viel tiefere Subraum-schichten erreicht werden. Man spricht bereits von einer Neueinteilung der Warpskala, so dass Geschwindigkeiten von Warp 13 oder 14 erreicht würden. Außerdem ist ein neues, geheimes Waffensystem ebenso wie eine von den Klingonen kopierte und weiterentwickelte Tarnvorrichtung im Gespräch.“
„Ich habe noch nie den Bau einer Galaxy-Klasse mitansehen können“, sagte Lennard, nach wie vor fasziniert.
„Dafür gab es auch noch nicht viele Gelegenheiten, da dieses dort erst das siebte Exemplar seiner Art darstellt“, erwiderte Vakuf.
„Ist es nicht eine Ironie des Schicksals? Das Flaggschiff der Föderation liegt hier als Baustelle vor uns und hat noch nicht einmal eine fertige Aussenhülle.“
Tatsächlich fanden sich mehr als nur eine geschichtliche Parallele und auch die eine oder an-dere Ungereimtheit an diesem Ort wieder. Das fünfte Raumschiff der Sternenflotte, das je un-ter dem Namen Enterprise die Weiten der Galaxis erforscht hatte, war vor etwa einem halben Jahr von einem klingonischen Rebellenschiff mittels einer List im Kampf zerstört worden, glücklicherweise ohne Verluste. Bei dieser Raumschlacht im Veridian-System wurde das gesamte Sonnensystem inklusive eines Planeten mit 230 Millionen humanoider Bewohner gewissermaßen im Alleingang von Captain Jean-Luc Picard gerettet. Dies war nur eines von vielen abenteuerlichen Missionen, auf denen sich die Crew dieses Schiffes ausgezeichnet hatte.
Der Lohn dieser Mühen: der Bau einer neuen Enterprise. Als die Galaxy-Klasse damals vor über dreissig Jahren in Auftrag gegeben wurde, baute man nur sechs Raumschiffe fertig. Von sechs weiteren wurden auf den Utopia-Planitia-Flottenwerften auf dem Mars nur die strukturellen Raumrahmen, die Gerippe sozusagen, fertiggestellt und aus, wie es offiziell hieß, Sicherheitsgründen in transportable Segmente zerlegt in weit voneinander entfernte Aussenbezirke der Föderation gebracht.
Die Vernichtung des zweiten gebauten Schiffes nach der Galaxy, der Yamato, war offenbar kein ausreichender Anlass zu einem Neubau gewesen. Genauso verhielt es sich mit der Odyssey, welche im Kampf mit dem Dominion im Gamma-Quadranten von den Jem’hadar zerstört worden war. Nicht so aber bei der Enterprise. Schon das allererste und wahrscheinlich berühmteste Schiff dieses Namens ging unter heldenhaften Umständen verloren, als Captain James T. Kirk und sein Offizierskader im Mutara-Sektor das streng geheime und hoch-brisante Genesis-Projekt vor der Inbesitznahme der Klingonen bewahrten. Im Nachhinein retteten sie sogar die Erde vor einer übermächtigen ausserirdischen Raumsonde. Daraufhin wur-de die U.S.S. Yorktown, ein derzeit neuerbautes Schiff der - im Laufe der Jahrzehnte stark modifizierten - Constitution-Klasse kurzerhand in Enterprise umbenannt und Kirks Kommando überstellt.
Diese Verfahrensweise schien sich nun, fast neunzig Jahre später, in recht ähnlicher Weise zu wiederholen. Die Einzelteile eines Galaxy-Raumrahmens hatten sich hier auf den Antares-Raumwerften zusammengefunden, um im Eiltempo zu einer neuen Enterprise zu werden. Hier war auch die dritte, die Excelsior-Klasse mit der Schiffsnummer NCC-1701-B entstanden, bei deren Jungfernflug Captain Kirk, als Ehrengast an Bord, infolge eines Unfalls ums Leben kam, als bei einer unerwarteten Krise der Rumpf dort, wo er sich aufgehalten hatte, von einem energetischen Phänomen aufgerissen wurde. Die tragischen Umstände seines Todes wurden nie vollständig aufgeklärt, so daß dieser Mann zur mythischen Figur für Raumfahrer avancierte.
Lennard glaubte sich sogar daran zu erinnern, wie sein Kollege Picard bei einem Treffen mehrerer Starfleet-Kapitäne einige seltsame Bemerkungen über Kirk gemacht hatte.
Nun, Picard würde wohl noch einige Jahre auf sein nächstes Kommando warten müssen, denn so ein Projekt ließ sich natürlich nicht von heute auf morgen verwirklichen wie etwa die Umbenennung eines schon bestehenden Typs. Vor allem dann nicht, wenn es, genauso wie früher, einer umfassenden Überarbeitung unterzogen wurde. Picard selbst hatte viele Anregungen für die geplanten Verbesserungen am Entwurf geliefert, einmal sogar mit dem Kommentar: „Glauben Sie mir, das muß genau so aussehen, wenn es fertig ist. Ich sehe die Enterprise der Zukunft genau vor mir.“
Wie dem auch war, für Lennard stand fest, daß diese Verzögerung Picards Karriere als Captain keinen Abbruch tun würde. Kirk war auch ungewöhnlich lange im Kommandantensessel gesessen.
„Ich frage mich, welche Seriennummer dieses Schiff wohl tragen wird. Immerhin ist es das zweite seiner Klasse mit demselben Namen.“ Diese Bemerkung kam von der Ersten Offizierin, Stefania Leardini. Sie war eine Italienerin und sowohl vom Aussehen als auch von ihrem Temperament her durch und durch südländisch. Obwohl mindestens anderthalb Köpfe kleiner als ihre beiden Kollegen, stand sie ihnen in Autorität und Ansehen bei der Besatzung in nichts nach.
Vakuf antwortete: „Ich nehme an, daß dieser Konflikt ebenso wie bei den ersten beiden Enterprise, die beide der Constitution-Klasse angehörten, gelöst werden wird. Folglich sollte die Registrierungsnummer hier NCC-1701-E lauten. Das wäre meiner Meinung nach...“
„Die logischste Alternative“, beendete Leardini den Satz der Steueroffizierin, worauf diese für vulcanische Verhältnisse regelrecht ihr Gesicht verzog.
„Sie scheinen meinen Gedanken gelesen zu haben, Commander.“
Lächelnd erwiderte diese: „Keineswegs, Mrs. Vakuf, telepathische Begabungen überlasse ich lieber den Betazoiden wie der Counselor Kall. Wissen Sie, auch wir Menschen sind hin und wieder zu dem einen oder anderen logischen Gedanken fähig.“
Diesen Sachverhalt habe ich nie in Frage gestellt.“
Der Captain schaltete sich nun ein. „Es ist nicht gesagt, daß in diesem Fall eine derart logische Entscheidung getroffen wird. Ich habe jedenfalls davon gehört, daß diese Enterprise mit derselben D-Registrierung wie das zerstörte Modell versehen werden soll.“
Beide Frauen starrten ihren Captain verblüfft an. Vakuf fragte mit hocherhobenen Augen-brauen: „Welchen Grund sollte die Sternenflotte für eine solche Vorgehensweise haben?“
„Tja, es ist niemals offiziell von der Zerstörung der Enterprise berichtet worden. Offenbar glauben einige hohe Herren, unserem geliebten Flaggschiff dadurch den Mythos der Unzerstörbarkeit anhängen zu können. Stellen Sie sich nur vor, wie man in gewissen Kreisen stau-nen wird, in denen Gerüchte über die Zerstörung kursieren, wenn das gleiche Schiff mit der gleichen Seriennummer unverhofft wieder auftaucht, dazu noch leistungsfähiger als je zuvor! Es wird darauf hinauslaufen, dass jedermann denkt, Starfleet selbst habe die Gerüchte in Umlauf gesetzt, um in aller Ruhe das Schiff auf einer abgelegenen Werft - wie hier auf den Orbitalwerften von Antares beispielsweise - mit den neusten und geheimsten technischen Errungenschaften auszurüsten.“
„Dieser Plan muss ganz offensichtlich von emotional beherrschten Wesen stammen“, meinte Vakuf befremdet.
Leardini erwiderte: „Dann können sich Ihre Abgeordneten diesmal wohl nicht mit den Lorbeeren des Erfolges schmücken, falls er tatsächlich die beabsichtigte Wirkung erzielt, nicht wahr?“
„In der Tat, Commander. Wenn Sie mich jetzt entschuldigen wollen?“ Die Vulcanierin nickte dem Captain zu und ging forschen Schrittes auf einen der Turbolifte zu.

[Fortetzung morgen...]

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ST1.0 : KAPITEL 1 - Figuren der Handlung
Star Trek - U.S.S. Aldebaran (NCC - 1912)
Der Ewige von Alnilam (ST1)
von Andreas Riglione

Figuren der Handlung

Kyle Lennard -> Captain -> Erde (Neuseeland)
Stefania Leardini -> Erste Offizierin -> Erde (Italien)
Gora Vakuf -> Steueroffizierin -> Vulcan
Sam Kam -> Counselor -> Betazed
David Stern -> Bordarzt -> Erde (Schweiz)
Neer Darrn -> Einsatzleitender Offizier (OPS) -> Klingon
Wuran Cluj -> Wissenschaftliche Offizierin -> Bajor
Onue Kazuki -> Sicherheitschef -> Erde (Japan)

Ferner:

Hers -> Admiralin -> Erde
Lt. Baor -> Gastingenieur (Informatik) -> Klingon
Rosalie Warren -> Gastingenieurin (Informatik) -> Erde (Südafrika)

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